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Duisburg
Zehn Minuten fürs Kennenlernen

Duisburg: Zehn Minuten fürs Kennenlernen
Im Steinhof tauschten sich Schüler und Unternehmensvertreter gestern aus. Nach zehn Minuten wechselten die Gesprächspartner - Speed-Dating nennt sich das. FOTO: Christoph Reichwein
Duisburg. Beim IHK-Speed-Dating ging es den Schülern gestern nicht um die große Liebe. Von Julia Zuew

Mit Romantik hatte das Speed-Dating der IHK Niederrhein gestern im Steinhof nichts am Hut. Gesucht wurde nicht die große Liebe, sondern eine Beziehung rein geschäftlicher Natur: Der potenzielle neue Arbeitgeber oder Azubi war gesucht. Rund 350 Duisburger Schüler, hauptsächlich aus den Klassen 10 bis 13, machten im zehnminütigen Takt mit "Speed-Dates" die Runde bei Vertretern von 18 Unternehmen, unter anderem Daimler AG, Ikea Duisburg und duisport (Duisburger Hafen AG).

Das Prinzip ist schnell erklärt: Die Bewerber haben jeweils zehn Minuten Zeit, um sich an einem der Unternehmens-Stände vorzustellen. Wenn der Gong ertönt, geht's zum nächsten Tisch. Für die Jugendlichen eine gute Möglichkeit, sich bei vielen unterschiedlichen Unternehmern beraten zu lassen. Für die Unternehmer ist es "eine super Gelegenheit, ein sehr großes Spektrum an Bewerbern kennenzulernen", sagt Thomas Faeser, Ansprechpartner für technische Ausbildungsberufe bei den Duisburger Stadtwerken und der DVG. Am meisten gefragt wären unter den Bewerbern die kaufmännischen Berufe. Aber für Jobs in der Technik, wie Industriemechaniker oder Kfz-Mechatroniker, sei Beratung ebenfalls gefragt.

Das "Reinschnuppern" in die Unternehmen ist ein wesentliches Ziel der Veranstaltung: "Wir möchten Wirtschaft und Jugendliche zusammenzubringen", sagt Jürgen Kaiser, Geschäftsbereichsleiter bei der IHK. Dabei sollen Jugendliche auch Erfahrungen sammeln: "Viele Jugendliche haben Berührungsängste, wenn es um Wirtschaft und Unternehmer geht", sagt Kaiser. "Hier können die Bewerber erste Erfahrungen fürs Vorstellungsgespräch sammeln, ein Gespür dafür entwickeln, wie sie auf einen Personaler überhaupt zugehen können." Viele Schüler berichten, sie hätten bisher gar keine oder nur vereinzelt Vorstellungsgespräche gehabt. Sie sagen unisono: zwar seien die "Dates" nicht so tiefgehend wie ein Vorstellungsgespräch, trotzdem eine hilfreiche Erfahrung.

Oft haben Bewerber mehrere Zielbereiche und Wunschberufe. Robert Schweizog von der IHK sagt: "Die Schüler können hier die Berufe branchenübergreifend kennenlernen." Schweizog ist Leiter des Programms "Schule-Wirtschaft" bei der IHK Niederrhein. Der Übergang von der Schulbank ins Berufsleben - ein Abschnitt, in dem Unterstützung für beide Seiten wichtig sei: "Beim Speed-Dating können wir die Nachfrage und das Angebot von Schülern und Unternehmen auf unkomplizierte Weise zusammenbringen."

Ein Konzept, von dem beide Lager profitieren, findet auch Christina Helpenstein, Regionalverkaufsleiterin bei Aldi Süd: "Die Bewerber, die hier zu uns kommen, sind meistens sehr gut vorbereitet und haben gezielte Vorstellungen", sagt sie.

Das erste Speed-Dating fand übrigens schon vor vier Jahren statt. "Wir sind seitdem jedes Jahr dabei", sagt Helpenstein. "Wir sind völlig zufrieden und überzeugt von dem Konzept." An eine Erfolgsgeschichte erinnert sich Helpenstein noch gut: Vor zwei Jahren habe sich eine angehende Abiturientin vorgestellt. "Damals war unser Angebot für Bewerber mit Abitur - die Ausbildung zum Handelsfachwirt - im Hause erst in Planung und nicht festgelegt. Ein Jahr später, im August 2014, begann die besagte Bewerberin aus dem Vorjahr als eine der Ersten die Ausbildung." Das Speed-Dating in ungezwungener Atmosphäre empfinde sie als "sehr qualitativ und nützlich": Zwar sei es meistens Beratung und kein Vorstellungsgespräch, die Leute seien aber sehr motiviert und interessiert, unabhängig von Alter und schulischem Werdegang. Helpenstein: "Von diesem Publikum haben wir großen Nutzen."

Quelle: RP
 
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