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Unsere Woche
Zeit, aktiv zu werden

Duisburg. Dass IHK und Universität sich mit ihrer neuen Studie dem Problemfeld LKW-Verkehr widmen, ist begrüßenswert, darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich dabei um eine überfällige Reaktion auf ein schon länger bekanntes Problem handelt. Schließlich beklagen sich Anwohner in Kasslerfeld, Wanheim, Hohenbudberg und Rheinhausen nicht erst seit gestern über zugeparkte Einfahrten, verdreckte Straßen und eine häufig unübersichtliche Verkehrssituation. Immerhin hat die Industrie- und Handelskammer nun deutlich gemacht, dass sich die Unternehmen in der Stadt ihrer Verantwortung bewusst sind. Nun kommt es darauf an, wie die Verantwortlichen mit den Ergebnissen der Studie umgehen. Dass die Stadt angesichts ihres klammen Haushaltshalts kurzfristig zu großen Sprüngen in der Lage ist, um die Situation zu entspannen, darf bezweifelt werden. Denn bis entsprechende Konzepte erstellt und Förderanträge bei Bund und Land durchgewunken sind, wird einige Zeit ins Land gehen. Daher ist es umso wichtiger, dass nun die Unternehmen mit kurzfristigen Lösungskonzepten aufwarten. Zum einen, um den Unmut der Bürger nicht noch weiter zu befeuern und zum anderen, um Duisburg als Logistikstandort zukunftsfähig zu machen.

Wieder zukunftsfähig muss die Stadt auch noch in einer anderen Hinsicht werden: bei der Ausbildung ihrer Jüngsten. Wie in dieser Woche aus einer Kleinen Anfrage der Grünen an die Landesregierung hervorging, fehlen an den Grundschulen in Duisburg über 100 Lehrkräfte. Und auch bei anderen Schulformen gab es eine zum Teil erstaunlich hohe Anzahl an offenen Stellen. Die Frage muss sein, wie es Duisburg als Schulstandort gelingen kann, für junge und talentierte Lehrkräfte wieder attraktiver zu werden. Denn mal ehrlich: Welchen Grund haben gut ausgebildete und stark nachgefragte Grundschullehrer, sich für eine berufliche Zukunft in Duisburg zu entscheiden? Sowohl was attraktiven Wohnraum angeht als auch beim Freizeitwert hat die Stadt im Vergleich mit anderen Großstädten der Region noch Nachholbedarf. Höchste Zeit also, die Anstrengungen zu intensivieren.

tim.harpers@rheinische-post.de

Quelle: RP
 
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