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Duisburg
Zeit für Gänsehaut: "Metalzone" auf der Königstraße

Duisburg. Mit lauten Rufen und Pfeifen begrüßen die Duisburger Doro Pesch. Die Innenstadt ist rappelvoll, als sie auf die Bühne kommt. "Ich grüße euch. Es ist schön, wieder hier zu sein", ruft das blonde Powerbündel in die Menge. Von Julia Zuew

Der Schweiß fließt bei den Zuschauern und der Band in Strömen. Trotz Hitze geben beide Lager ordentlich Gas. Nur beim Drum-Solo von Schlagzeuger Johnny Dee springt der Funke nicht ganz über - was aber spätestens beim Judas-Priest-Cover von "Breaking The Law" wieder ausgebügelt ist.

Die Fäuste in die Luft gestreckt, die Stimmbänder auf Hochspannung - kaum jemand steht still und bleibt leise. Auf dem Programm stehen Traditions-Kracher wie "All We Are", und "The Night Of The Warlock" - Doro heizt die Massen an: "Burning..." röhrt sie ins Mikro. Erst als aus dem Publikum dreifach "Witches" entgegengrölt, legt die Band mit dem Warlock-Hit "Burning The Witches" los.

Es folgt Doros traditioneller Sound-Trommelwirbel, dazu harte, aber melodische Riffs, gepaart mit melodischen Passagen. Leicht melancholisch in manchem Intro, dann wieder voller Feuer und Kraft - und über allem die raue, unverkennbare Stimme von Doro, wie ein roter Faden. Bei "Für Immer" brechen alle Dämme - es ist Zeit für Gänsehaut. In der gesamten Einkaufszone wiegt sich die Menge zu der melodischen Powerballade. Die Wacken-Hymne "We Are The Metalheads" zündet hingegen nicht ansatzweise so gut.

Das Programm im Gesamtbild meistert allerdings gut den Spagat zwischen Metal-Krachern und einer Auswahl, die auch bei neutralem Publikum ankommt. Hier wackelt ein Kopf, da wippt ein Fuß mit, und viele singen - laut oder leise - die Refrains mit.

Manche entscheiden sich auch spontan, nach einer Shopping-Tour, einige Lieder vom Set zu hören. "Es ist wichtig und immer gut, wenn auch Leute stehenbleiben, die vielleicht keine Fans sind, aber die Show trotzdem gerne mitnehmen", sagt Doros Bassist Nick Douglas nach dem Konzert. Für Nick gibt es ein Geburtstagsständchen - der 48-Jährige feiert seine 25-jährige Band-Zugehörigkeit. Als Doro "Happy Birthday" anstimmt, machen alle mit und schließen mit tosendem Applaus ab. Während die anderen Posten in der Band bis zirka 2009 wechselnd besetzt waren, ist Nick am Bass geblieben - mittlerweile jahrzehntelang.

"Es fühlt sich immer an, wie nach Hause zu kommen", sagt Doro zur Atmosphäre. "Man fühlt sich hier immer so willkommen." Und tatsächlich scheint die Sängerin einen ganz eigenen Draht zum Publikum hier zu haben. "Es ist wunderbar zu sehen, wie die Leute hier jedes Mal abgehen, wenn wir da sind", sagt Doro, die jetzt schon wieder unterwegs nach Süddeutschland und Österreich ist.

Quelle: RP
 
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