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Duisburg
Zeltplanen für Zirkus blieben unten

Duisburg: Zeltplanen für Zirkus blieben unten
Neben dem Hauptbahnhof sind die ersten Bauteile für das riesige Zelt von "Flic Flac" bereits zu sehen. Der Zirkus, der schon mal im Rheinpark in Hochfeld gastierte, zeigt hier ab Ostersamstag sein Jubiläumsprogramm "Höchststrafe". FOTO: Christoph Reichwein
Duisburg. Der Sturm verzögert den Aufbau des Zeltes, das 1300 Zuschauer fasst. Am Samstag feiert "Flic Flac" hier Premiere. Von Peter Klucken

Gestern Nachmittag senkte Flic Flac-Direktor Benno Kastein symbolisch den Daumen: Die Zeltplanen werden bei dem Sturm nicht hochgezogen. Das soll erst heute im Laufe des Tages geschehen. Der Duisburger Premierentermin sei aber nicht gefährdet. Am Samstag, 4. April, 16 Uhr, findet - wie geplant - die "Vorpremiere" des Duisburger Gastspiels statt. Die "Hauptpremiere", zu der auch einige Fernsehprominente erwartet werden, ist dann vier Stunden später. "Zeitlich sind wir mit dem Aufbau aber noch im grünen Bereich", sagt Tourneeleiter Rudi Bauer, der erst 22 Jahre alt ist, aber gleich nach dem Abi, mit 19 Jahren, bei Flic Flac in der Verwaltung angefangen hat. Bereits als Schüler habe er für das Unternehmen gearbeitet, das ihn schon in ganz jungen Jahren fasziniert habe.

Flic Fac selber ist drei Jahre älter als Rudi Bauer. Vor 25 Jahren, genau am 5. Oktober 1989, hatte Benno Kastein zusammen mit seinem Bruder Lothar den Zirkus gegründet. Bis heute ist Flic Flac der "etwas andere Zirkus". Tiernummern und typische Zirkusmusik und -atmosphäre bietet er nicht. Stattdessen wird Akrobatik beziehungsweise Extremsport auf Weltklasseniveau geboten. Ein Markenzeichen sind dabei die Motorradfahrer, die in einer Stahlkugel mit großer Geschwindigkeit rauf, runter, kopfüber, kreuz und quer fahren. "Wir bieten Action und modernes Entertainment", sagt Rudi Bauer. Deshalb lockern auch keine Clowns mit roter Pappnase das waghalsige Akrobaten-Programm auf, sondern mehrsprachige Comedians, die immer wieder neue Gags erfinden.

Rund 100 Leute aus sieben Nationen sind beschäftigt, damit ein Flic Flac-Gastspiel wie das Duisburger durchgeführt werden kann. 35 von ihnen treten in der Manege auf; hinzu kommen sechs Musiker, die das Zelt "rocken".

Vor der Premiere am Samstag ist aber noch einiges zu tun. Zwar konnten gestern die Zeltplanen noch nicht, wie geplant, hochgezogen werden, aber die anderen Aufbauarbeiten wurden zügig vorangetrieben. So waren am frühen Nachmittag beispielsweise schon die 16 Meter hohen Masten für das 1000 Quadratmeter große Vorzelt aufgebaut, in dem zum Beispiel die Gastronomie untergebracht ist.

Die vier Hauptmasten für das Hauptzelt sind 21 Meter hoch. Das Hauptzelt hat einen Durchmesser von 40 Metern. Die Kuppel befindet sich 16,5 Meter über dem Boden. Die Seitenhöhe des Zeltes liegt bei sechs Metern, so dass die Stuhlreihen so aufgestellt werden können, dass von allen Plätzen freie Sicht auf die Artisten möglich ist. Das Zeltdach in seinen typisch schwarz-gelben Flic Flac-Signalfarben besteht aus besonders festen PVC-Planen. "Unser Zelt gehört zu den stärksten Zeltbauten weltweit", sagt Rudi Bauer. Es sei sturmfest bis zu einer Windgeschwindigkeit von 130 Stundenkilometern. Auch ein Sturm wie der gestrige würde noch nicht zu einer Absage der Vorstellung führen. Nur beim Aufbau des Zeltes mache ein Sturm mit der Windstärke acht Probleme, die der erfahrene Benno Kastein vermeiden möchte. Bis zu 1300 Zuschauer, die auf nummerierten Einzelstühlen sitzen, fasst das Hauptzelt, das beheizt und bei Bedarf mit kühler Frischluft versorgt werden kann.

Das vorherige Flic Flac-Gastspiel war in Minden. Das gesamte Material von dort ist in 30 Auflieger verpackt worden und mit zehn Zugmaschinen auf den Platz an der Südseite des Hauptbahnhofs transportiert worden. Zunächst, so Rudi Bauer, sei geplant gewesen, im Duisburger Landschaftspark zu gastieren. Bei der Fahrt durch Duisburg habe ein Flic Flac-Mitarbeiter den Platz vor dem Hauptbahnhof entdeckt. Die Chance, mal in Duisburgs Stadtmitte zu gastieren, wollte sich der Tourneeleiter nicht entgehen lassen. Dass gestern am Duisburger Hauptbahnhof "nichts lief" nahm Bauer sportlich: Vom 4. bis 19. April werde das Wetter bestimmt mitspielen.

Verena Schoenrock, Pressesprecherin bei Flic Flac, verriet noch, weshalb das Jubiläumsprogramm unter dem Motto "Höchststrafe" steht: Mehr als 25 Jahre Knast kann man nicht bekommen. Deshalb trügen auch alle Akteure Sträflingskleidung.

www.flicflac.de

Quelle: RP
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