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Duisburg
Zoo soll unter das Dach des DVV-Konzerns

Duisburg: Zoo soll unter das Dach des DVV-Konzerns
Die kleine Giraffe Najla lebt in der "Stadtwerke Giraffenwelt". Künftig sollen der DVV und der Zoo noch enger zusammenrücken. FOTO: Christoph REICHWEIN
Duisburg. Eine Kooperation zwischen dem Duisburger Zoo und dem DVV-Konzern rückt näher. Sicher ist schon jetzt, dass Stromkunden und DVG-Fahrgäste künftig nicht das Löwenfutter mitfinanzieren werden. Von Hildegard Chudobba

Bekanntlich sind die ursprünglichen Überlegungen, einen neuen Zoochef einzustellen, ad acta gelegt worden, nachdem im vorigen Jahr ein bereits "ausgeguckter" Bewerber unerwartet einen Rückzieher gemacht hatte. Dass nun eine Stadttochter helfen soll, den Tierpark auf eine finanziell sicherere Ebene als heute zu stellen, darüber haben wir mehrfach berichtet und auch, dass hierzu vor allem der Duisburger Versorgungs- und Verkehrskonzern DVV infrage kommt.

Nach wie vor gibt es allerdings nur Überlegungen. Mit Beschlüssen und Informationen für die Aufsichtsgremien und den Stadtrat ist in diesem Jahr nicht mehr zu rechnen. Zumindest gibt es dafür derzeit keinen verbindlichen Zeitplan. Auch wenn Gremienbeschlüsse noch fehlen, so ist es allerdings wahrscheinlich, dass noch in diesem Jahr ein Fachmann aus dem DVV-Konzern erste "Berührung" mit dem Zoo aufnimmt, schon allein, um einen eigenen Überblick zu erhalten, beispielsweise über die Personalsituation und die Buchhaltung. Denn dies sind die beiden Fachbereiche, auf die sich die Kooperation im Wesentlichen konzentrieren wird. Der DVV-Konzern will dem Zoo da zur Seite stehen, wo er selbst kompetent ist. Die "tierischen" Belange werden von einer Zusammenarbeit unberührt bleiben. Aber Rechnungswesen und Personalmanagement beherrscht der Duisburger Versorgungs- und Verkehrkonzern und kann sein Wissen dem Zoo anbieten, der dann auf eigene Fachleute dafür verzichten kann. Unterm Strich hilft dies am Kaiserberg, Kosten zu sparen.

Und sparen ist für den Tierpark schon seit langem oberstes Gebot. Jahr für Jahr muss die Stadt Millionen an ihre Tochter überweisen. Und mit der gleichen Regelmäßigkeit fehlt am Kaiserberg an jeder Ecke Geld für Investitionen. Der Zoo ist im Vergleich zu seinen Mitbewerbern unterfinanziert und droht damit auch unattraktiver zu werden. Mit rund einer Million Besucher pro Jahr ist und bleibt er allerdings herausragender Publikumsmagnet in Duisburg.

Die Stadt selbst wiederum kann und darf wegen ihrer nach wie vor bedrohlichen Haushaltslage nicht mehr Geld für den Zoo zur Verfügung stellen, geschweige denn die Investitionen stemmen, die an der Mülheimer Straße dringend geboten sind. Auch dem Hauptsponsor Sparkasse Duisburg sind die Hände gebunden, obwohl das Geldinstitut schon seit Jahrzehnten viele Neubau- und Reparaturmaßnahmen (mit-)finanziert. Die Suche nach weiteren Großsponsoren gestaltet sich zunehmend schwerer, die Notwendigkeit, alte Tiergehege neu zu bauen, um attraktiv zu bleiben, wird zunehmend größer.

Wenn der DVV-Konzern nun beim Zoo eintritt, dann auf Wunsch der Stadtspitze, die weiß, dass der Energieversorger keine Gelddruckmaschine im Keller stehen hat. Dass die Stromkunden und DVG-Fahrgäste mit ihrem Geld künftig auch das Löwenfutter mitbezahlen, das soll auf keinen Fall passieren. Der DVV-Konzern wird sein kaufmännisches Know-how und seine Erfahrung in der Personalwirtschaft zur Verfügung stellen und keinesfalls einen zweiten Zoodirektor finanzieren.

Achim Winkler soll am Kaiserberg auch künftig den Hut aufhaben. Im vergangenen Jahr hatte der Zoo-Aufsichtsrat geplant, einen neuen Zoodirektor für den kaufmännischen Bereich einzustellen, neben dem Winkler hätte weiterarbeiten sollen.

Quelle: RP
 
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