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Delfinarium in Duisburg
Streit zwischen Zoo und Tierschützern um Zahl toter Delfine

Delfinarium in Duisburg: Streit zwischen Zoo und Delfinschützern um Zahl toter Delfine
Der Zoo in Duisburg muss auch Daten von dort verstorbenen Delfinen veröffentlichen. FOTO: dpa, cas pil
Düsseldorf. Das Oberverwaltungsgericht Münster hatte den Zoo Duisburg im März verpflichtet, auch Unterlagen zu bereits verstorbenen Delfinen offenzulegen. Tierschützer sehen durch die Daten bestätigt, dass 70 Wale und Delfine im Zoo gestorben seien. Der Zoo dementiert das.

Das Hagener Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) setzt sich unter anderen für den Schutz von Delfinen und die Schließung der in Deutschland bestehenden Delfinarien ein (in Duisburg und Nürnberg). Es hatte im März rechtskräftig erstritten, dass spezifische Daten wie Blutwerte der Duisburger Delfine veröffentlicht werden müssen. Auf einer extra dafür angelegten Homepage veröffentlicht der Zoo bereits seit 2014 verschiedene Daten zu seinen Deflinen. Das WDSF wirft dem Zoo Duisburg vor, dass die Daten zu den verstorbenen und in andere Zoos verlegten Delfinen erst Mitte November online gestellt wurden.

Aufgrund dieser Daten und eigener Internetrecherchen habe das WDSF jetzt errechnet, dass seit der Eröffnung des Delfinariums um Jahr 1965 insgesamt 70 Wale und Delfine im Zoo gestorben seien. Der Zoo dementiert das. "Das sind krumme Zahlen", sagt Kerstin Ternes, Cheftierärztin vom Duisburger Zoo und Kuratorin des Delfinariums. Es würden Zahlen aus einem Artikel aus den 1980er Jahren einberechnet, in dem Tiere auftauchen, die noch heute lebendig im Zoo schwämmen, sagt sie zu unserer Redaktion. 

Auch seien unter den Zahlen Fehlgeburten eingerechnet, wie sie auch in der Natur regelmäßig vorkämen. Vor allem in den ersten fünf Jahren des Delfinariums sei es aber verstärkt zu Todesfällen unter den Tieren gekommen. Auch seien beispielsweise Schweinswale Ende der 1970er Jahre nach wenigen Monaten verstorben – man habe damals testen wollen, ob sich die Tiere zur Haltung eignen und sei gescheitert. Doch einige Tiere, wie die Amazonasflussdelfine, würden im Zoo sehr viel älter werden als in freier Wildbahn.

Der Zoo plane, demnächst weitere Informationen, unter anderem zu in Duisburg gehaltenen Walen, online zu stellen – "damit das Vermuten aufhört", sagte Ternes.

Im Januar war ein zweites Delfinbaby innerhalb von fünf Monaten in Duisburg gestorben. Die Haltung von Delfinen wird immer wieder kritisiert. In Deutschland halten nur noch die Zoos in Duisburg und Nürnberg Delfine.
 

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels haben wir lediglich die Pressemitteilung des WDSF wiedergegeben, ohne den Duisburger Zoo zu den Vorwürfen zu befragen. Dies entspricht nicht den Standards von RP ONLINE. Wir haben den Artikel entsprechend überarbeitet und bitten für den Fehler um Nachsicht. 

(mre)
 
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