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Inventur im Duisburger Zoo
Wenn der Fisch beim Zählen einfach wegschwimmt

Inventur im Zoo Duisburg: Wenn der Fisch beim Zählen einfach wegschwimmt
Fische im Aquarium zählen - keine leichte Aufgabe, wenn die immer wegschwimmen. FOTO: dpa, rwe ole
Duisburg. 1, 2, 3... Auch ein Zootier will einmal im Jahr gezählt sein. In Duisburg ist es gerade mal wieder soweit. Über 6400 Tiere waren es vor einem Jahr - und eigentlich noch viel mehr.

Eigentlich sollte man meinen, ein Zoo kennt seine Bewohner. Doch selbst die Tierwärter können manchmal gar nicht so genau sagen, welche und vor allem wie viele Tiere bei ihnen leben. Einmal im Jahr wird deshalb gezählt. Im Duisburger Zoo läuft die Inventur seit dem 31. Dezember. Das ist aufwendig, und die Tiere werden manchmal auch noch gemessen und gewogen: Die einzelnen Abteilungen haben daher noch bis zum 10. Januar Zeit für ihre Meldungen an die Zooleitung. Viele Zoos im Land zählen, messen und wiegen zum Jahresbeginn ihre Tiere.

Vor allem die Zahl der kleinen Fische ist schwer zu erfassen. "Bei Schwarmfischarten fällt ein Fehlen nicht auf", sagt der zoologische Abteilungsleiter Johannes Pfleiderer. Tote Tiere zersetzten sich schnell oder werden gefressen. Durch die Zählung könne man dann feststellen, ob Tiere verschwunden seien. Bei den größeren Tierarten werde auch geschaut, ob alle Kennzeichnungen noch da sind, etwa die Ringe bei den Vögeln.

Der Duisburger Zoo macht Inventur. Alle Tiere werden gezählt, gemessen und gewogen. FOTO: dpa, rwe ole

Bei Fischen im Aquarium fällt das Zählen schwer

Gezählt wird auch in einem tropischen Korallenriff. "Darin leben über 50 verschiedene Fischarten und mehr als 50 verschiedene wirbellose Tierarten", berichtet Zoologe Volker Grün. Dazu gehörten etwa Seeigel, Seegurken, Seesterne, Krebse und Muscheln. Manche Arten verschwänden auch nach ein paar Jahren wieder, weil sie sich nicht vermehrt hätten.

Grün ist auch zuständig für die Ringelnattern, eine heimische Schlangenart. Der Zoo nimmt an einem Aufzuchtprogramm teil. Dabei geht es darum, dass aufgepäppelte Jungtiere in ausgewählten Naturschutzgebieten im westlichen Ruhrgebiet wieder ausgewildert werden.

"Zwei Drittel unserer Arten leben im Aquarium", sagt Pfleiderer. Vor einem Jahr kamen die Experten auf insgesamt 412 Arten mit genau 6402 Individuen. Zwei Fischarten und eine Anemonenart hatten allerdings jeweils mehr als 1000 Tiere - und flossen nur mit der Zahl 1000 in die Statistik ein. "Insgesamt 1200 waren landlebende Wirbeltiere. Der Rest waren Fische und Wirbellose wie etwa Insekten. Davon lebten etwa 5000 im Aquarium", erzählt der 28-jährige Zoo-Kurator. Er geht davon aus, dass die Zahl der Arten in etwa gleich geblieben ist. Neue Insektenarten würden aber für insgesamt mehr Tiere sorgen.

(lsa/lnw)
 
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