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Zoo Duisburg
Delfinbaby Dobbie zeigt sich Zoobesuchern

Duisburger Zoo: Das ist Delfinbaby Dobbie
Duisburg. Der jüngste Delfinnachwuchs im Duisburger Zoo hat sich erstmals der Öffentlichkeit gezeigt. Delfinbaby Dobbie begeisterte am Donnerstag die Besucher im Delfinarium. Von Hildegard Chudobba

Heiligabend im Zoo ist bekanntlich immer eine lohnenswerte Sache, aber in diesem Jahr kommt ein Highlight dazu: Drei Monate nach seiner Geburt – genau sind es 88 Tage – darf Delfinbaby Dobbie endlich mit ins große Becken. Bislang hatte der kleine Junge seine Schwimmübungen nur in der Mutter-Kind-Zone unternommen, streng abgeschirmt von den Blicken der Zuschauer. am Donnerstag stellte die Mannschaft des Delfinariums Dobbie – frei nach dem Namen des Hauselfs in Harry Potter – der Öffentlichkeit vor, die sogleich in Verzückung geriet. "Guck mal, ein Baby", rief ein kleines Mädchen begeistert, das sich zusammen mit seiner Mutter in die Journalistengruppe verirrt hatte, der der kleine Delfin vorgestellt wurde.

Und das Mädchen hatte recht. Denn bis zum Alter von einem Jahr zählen Delfinkinder wirklich noch zu den Babys und steigen dann erst in die Gruppe der Jungdelfine auf. Was für das Kind allerdings neu war: Der Name aller am Kaiserberg geborenen Delfinkinder beginnt mit D – D wie Duisburg!

Das ist das neue Delfinbaby Dobbie im Duisburger Zoo FOTO: Christoph Reichwein

Dass die Zuschauer sich nach der Geburt etliche Wochen gedulden müssen, bis sie den Nachwuchs zu sehen bekommen, hat einen einfachen, aber für das Tier überlebenswichtigen Grund. Neugeborene Delfine haben noch kein eigenes Immunsystem. Es baut sich erst in den ersten Lebenswochen langsam auf. Auch wenn die anderen großen Tümmler im Becken kerngesund sind, so sind die Zuschauer für diese "Frischlinge" eine große Gefahr. Denn sie bringen Bakterien und Viren mit ins Haus. Während beispielsweise für Menschen eine Erkältung vor allem lästig ist, wäre sie für Delfinbabys ein großes Risiko. Denn auch sie können Schnupfen bekommen – und sterben daran.

Dieses Risiko wird durch die lange Quarantänezeit deutlich verringert, die Dobbie – wie am Donnerstag für alle zu sehen – schadlos überstanden hat. Vergnügt wie ein Kind tollte der kleine Junge mit seinen Eltern und Verwandten durchs Wasser, meistens eng an der Seite seiner Mutter, manchmal aber auch schon ganz alleine. Für Zoochef Achim Winkler ein untrüglicher Hinweis, "dass Dobbie wohl sehr selbstbewusst ist". Für große Sprünge fehlt dem jüngsten Spross im Delfinarium noch die Kraft. Aber die wird er sich im Laufe der nächsten Monate antrainieren, wenn er weiterhin so flott durchs Becken flitzt.

Alle Duisburger Delfine mit D

Die Eltern von Dobbie sind Pepina und Ivo. Die beiden sind inzwischen die einzigen so genannten Wildfänge, die im Delfinarium schwimmen. Sie wurden in freier Natur geboren, kamen über anderes Zoos vor 34 bzw. 36 Jahren an den Kaiserberg. Hier wurde im Laufe der rund vier Jahrzehnte Delfinhaltung so erfolgreich gezüchtet, dass einige der Tiere an andere Tierparks abgegeben werden konnten. Gerade erst traten Diego und Darwin ihre Reise auf die Kanareninsel Lanzarote an, wo sie nun im neuen Rancho Texas Park zu Spaniern werden. Dobbie teilt sich das Becken am Kaiserberg nicht nur mit seinen Eltern, sondern auch mit Debbie, dem kleinen Delfinmädchen, das an Heiligabend ein Jahr alt wird und nur ungleich größer ist als Dobbie. Weiterhin tummeln sich im Wasser die Tanten Delphi. Daisy und Dörte – 1992, 1996 beziehungsweise 2011 geboren und alle echte Duisburger.

Tierschützer hingegen können die Freude vieler Zoobesucher nicht teilen. Sie protestieren seit Jahren gegen das Delfinarium im Duisburger Zoo. In einer Petition haben sie gefordert, dass das Delfinarium geschlossen wird. Im August dieses Jahres haben Tierschützer eine Show im Delfinarium gestört und sind ins Becken gesprungen

 
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