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Todesursache noch unklar
Delfin-Baby im Duisburger Zoo gestorben

Zoo Duisburg: Erneut Delfin-Baby gestorben
Delfine springen im Delfinarium im Duisburger Zoo bei einer Vorführung aus dem Wasser. Eines der beiden Delfinbabys, die kurz vor Weihnachten im Duisburger Zoo geboren wurden, ist gestorben. FOTO: dpa, os mhe
Duisburg. Traurige Nachricht aus dem Duisburger Zoo: Eines der beiden Delfin-Babys, die kurz vor Weihnachten das Licht der Welt erblickten, ist am Sonntag gestorben. Von Christoph Schroeter

Delfinweibchen Daisy hatte in den frühen Morgenstunden des 22. Dezember 2015 ein gesundes Junges zur Welt gebracht. Eigentlich hatte man im Zoo erst zwei Wochen später mit der Geburt gerechnet.

Jetzt die traurige Nachricht: Der kleine Delfin hat die kritische Lebensphase der ersten Tage und Wochen, in denen sich das Immunsystem bei den Tieren entwickelt, nicht überlebt. Wie der Zoo Duisburg auf Anfrage bestätigte, ist das Jungtier am Sonntag gestorben.

"Am Wochenende war aufgefallen, dass das Muttertier und ihr Kalb deutlich langsamer schwammen als gewöhnlich", teilte der Zoo mit. Eine Blutprobe habe zunächst einen deutlich zu hohen Kaliumgehalt ergeben. Anschließend hätten Mutter und Jungtier allerdings wieder ein normales Schwimmverhalten mit regelmäßigen Atem- und Trinksequenzen gezeigt, so der Zoo.  

Dann jedoch sei das Jungtier am Sonntagmorgen in nur zwei Minuten wohl an einer Stoffwechselentgleisung gestorben. Tierpfleger oder Tierärzte hätten nicht mehr eingreifen können.

Die Sprecherin des Zoos teilte weiter mit, derzeit würden die tierärztlichen Untersuchungen laufen, über eine genaue Ursache für den plötzlichen Tod könne noch keine Aussage gemacht werden.

Ein internationales Expertenteam wurde hinzugezogen, weil der plötzliche Tod von scheinbar gesunden Jungtieren bei Delfinen nach wie vor ein Rätsel für die Wissenschaft ist, wie es weiter hieß. Die Mitarbeiter des Zoos seien tief betroffen.

Das zweite Delfinbaby, geboren an Heiligabend, sei dagegen anscheinend gesund. Das weibliche Jungtier wiege bereits 25 Kilo.

Kritik an Delfinarien

Das Hagener Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) kritisiert die Delfinhaltung im Zoo Duisburg seit längerem. "Sämtliche Delfine werden fortlaufend mit Medikamenten behandelt. Von 27 Delfinnachzuchten haben nur sieben längere Zeit überlebt. Die Delfinhaltung ist eine einzige Katastrophe und sollte ebenso wie die nicht nachhaltige Zucht endgültig aufgegeben werden", so WDSF-Geschäftsführer Jürgen Ortmüller.

Nach ehemals zehn Einrichtungen werden in Deutschland derzeit nur noch im Nürnberger Tiergarten und im Zoo Duisburg Delfine gehalten. In Nürnberg sind laut WDFS bislang 30 Jungtiere gestorben. Dort habe man zwar vor einiger Zeit eine neue Delfinlagune eröffnet, aber auch damit sei keine wesentliche Verbesserung erzielt worden.

Die Zahl der verstorbenen Delfine in Duisburg liegt nach Angaben des WDSF bei über 60 Tieren. Die Tierschützer sprechen vom "größten Delfinfriedhof Europas".

Der Zoo Duisburg hält dem entgegen, die Jungtiersterblichkeit bei Delfinen sei aufgrund des sich erst in den ersten Lebenswochen entwickelnden Immunsystems im Freiland ebenso hoch wie im Zoo. 

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