| 00.00 Uhr

Duisburg
Zwei Macherinnen im Kulturquartier

Duisburg. Die Erfinderinnen des "Lebendigen Adventskalender" und der Konzertreihe MAXI-Musik, Bettina Henke und Regina Beste-Henke, haben sich auch für dieses Jahr in Ruhrort viel vorgenommen. Von Olaf Reifegerste

Auf den "Lebendigen Adventskalender" 2015 folgt "MAXI-Musik" 2016: Das sind zwei von inzwischen zig verschiedenen Veranstaltungsformaten, die das Kreativquartier Ruhrort seit dem Kulturhauptstadtjahr 2010 hervorgebracht hat. Die Erfinderinnen dieser beiden Veranstaltungsreihen sind Bettina Henke und Regina Beste-Henke aus Ruhrort. Mittlerweile sind sie aus dem Hafenstadtteil nicht mehr wegzudenken - die beiden Veranstaltungen ebenso wie die beiden Ruhrorterinnen selbst.

24 Veranstaltungsabende liegen hinter dem diesjährigen "Lebendigen Adventskalender", der vom 1. bis 24. Dezember allabendlich stattfand. Die Idee dazu, etwas erstes Gemeinsames als Nachhaltigkeitsprojekt zum Kulturhauptstadtjahr im Duisburger Hafenstadtteil zu machen, hatte das besagte Beste-Henke-Duo.

"Es ist schön anzusehen, dass der 'Lebendige Adventskalender' eine Sache der Stadtgesellschaft ist und nicht 'von oben' verordnet wurde", sagt Bettina Henke. "Und genauso schön ist es", ergänzt Regina Beste-Henke, "dass die Menschen von Anfang an den Heiligabend als Veranstaltungstag einforderten. Das ist woanders nicht so." Und ganz außergewöhnlich war es auch diesmal wieder, so die beiden Ruhrorterinnen, wenn etwas am oder auf dem Wasser passiere. Schließlich sei Ruhrort wie eine Insel und habe den größten Binnenhafen Europas.

Bettina Henke, die in Moers geboren wurde und in Rheinhausen aufwuchs, ist Diplom-Musiklehrerin für Konzertgitarre und unterrichtet an der Musikschule in Neukirchen-Vluyn. Ihre (Lebens)Partnerin Regina Beste-Henke ist einst in Gelsenkirchen geboren und dort aufgewachsen und ist ebenso seit Jahren beruflich in Neukirchen-Vluyn als Konrektorin an der dortigen Pestalozzi-Grundschule tätig. Daneben singt sie solistisch oder im Chor als Sopranistin. Zusammen treten die beiden Musikerinnen unter dem Namen "Delicate Beauty" auf. Man kann sie aber auch im Trio mit Ingo Voelkner erleben oder im Quartett mit zwei weiteren Musikerinnen als "Ruhrorangen".

Ansonsten sind beide musikalisch auch getrennt voneinander unterwegs: Bettina Henke mit dem "Duo Duende" und Regina Beste-Henke mit dem Kammerchor-Ensemble "Provocale" aus Düsseldorf. Musik ist ihre Profession beziehungsweise Leidenschaft und befähigt sie folglich zur Künstlerischen Leitung der seit 2011 bestehenden, äußerst erfolgreichen Konzertreihe "MAXI-Musik", veranstaltet vom und im dortigen Kreativquartier Ruhrort. 25 Musikabende in der dortigen St.-Maximilian-Kirche liegen seitdem hinten ihnen, darunter Orgelkonzerte und Tanzdarbietungen sowie zig konzertante Veranstaltungen aus dem weiten musikalischen Umfeld geistlicher und weltlicher Klänge. "Bei der Programmauswahl achten wir stets darauf", betonen Beste-Henke, "dass jeweils verschiedene Musikrichtungen zum Tragen kommen. Orgel muss beispielsweise immer dabei sein, weil es in der Maxikirche eine wunderbare Seifert-Orgel gibt. Auch Chorkonzerte sind fast immer vertreten. Und selbst Tango- und Salonmusik hatten wir schon. Besonderes Augenmerk müssen wir aber auf das beschränkte Finanzbudget und die teils problematische Akustik in der Kirche richten."

Dennoch und umso mehr verwunderlich ist es, dass so große und bekannte Ensembles wie die rund 25 köpfige "Schola Stralsundensis" oder das kongeniale "Cölner Barockorchester" verpflichtet werden konnten. "Auf die Musiker der Alten Musik aus Köln, die im April in Ruhrort zu Gast sein werden, aber auch auf das Konzert 'Kammermusik des Hochbarock' im Oktober, freue ich mich sehr", verrät Regina Beste-Henke, die diese Musikrichtung besonders liebt. Persönlicher Konzertfavorit für Bettina Henke ist dagegen Marcus Strümpe, Kantor an der Salvatorkirche in Duisburg, der mit einem Orgelkonzert unter dem Titel "The Art of Transcription" im Mai aufwarten wird.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Duisburg: Zwei Macherinnen im Kulturquartier


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.