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Kommentar
Zwei Seiten der Medaille

Duisburg. Die Aufrichtigkeit seiner Worte nahmen die Mitarbeiter dem Oberbürgermeister gestern ab, der sie in die Mercatorhalle gebeten hatte, um sie persönlich und schnell über Einsparungen im Personalbereich zu informieren. Verwirrend war aber, dass der OB das Interesse seiner Mitarbeiter, die er persönlich eingeladen hatte, offensichtlich unterschätzte.

Anders ist es nicht zu erklären, dass es bereits vor Beginn chaotisch zuging, weil der Platz in der Halle nicht ausreichte, so dass kurzfristig eine zweite Runde angesetzt werden musste. Zurecht waren die, die zunächst vor der Türe gut zwei Stunden lang warten mussten, verärgert.

Verständlicherweise waren die Stadtbediensteten nicht begeistert über Links Ankündigungen, die für sie letztlich Mehrarbeit und schlechtere Aufstiegschancen bedeuten werden. Doch der OB hat auch recht, wenn er sagt, dass die meisten Einsparungen nicht existenziell und Maßnahmen wie die Ausweitung des Betriebsurlaubes hinnehmbar seien. Was er ihnen künftig zumutet, mag hart klingen, aber ist in der freien Industrie meist schon gang und gäbe.

Ärgerlich sind die Sparmaßnahmen allerdings nicht nur für das städtische Personal. Die Bürger müssen sich darauf einstellen, dass auch sie die Folgen von angeordneten Urlaubs- und Brückentagen zu spüren bekommen und möglicherweise beim "Amt" noch länger als heute warten müssen, weil Personal fehlt.

carolin.skiba@rheinische-post.de

Quelle: RP
 
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