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Duisburg
Zweifel an überdurchschnittlicher Leistung

Duisburg: Zweifel an überdurchschnittlicher Leistung
FOTO: red
Duisburg. Der OB will bekanntlich das Nahverkehrsangebot in der Stadt vom VRR in die höchste Qualitätsstufe heben lassen. Aus der Ratspolitik gibt es dagegen bereits Kritik, unter anderem, weil die Tickets dann deutlich teurer würden. Von Hildegard Chudobba

Der Vorstoß von Oberbürgermeister Sören Link, der wie berichtet Duisburgs Nahverkehrangebot von der Kategorie A2 in A3 hochstufen lassen will und beim Verkehrsverbund Rhein-Ruhr eine entsprechende Nachricht hinterlassen hat, kommt für den CDU-Ratsherrn Frank Heidenreich nicht überraschend. Er ist Vorsitzender der Christdemokratischen Fraktion des VRR und ist schon mehrfach von der Stadtspitze mit diesem Wunsch konfrontiert worden. "Doch der VRR hat das bereits vor geraumer Zeit abgelehnt", sagt er. A2 ist die Gruppe, in der Städte mit einem durchschnittlichen Nahverkehrsangebot aufgeführt sind. A1 ist für ländliche Kommunen. Und in der Gruppe A3 müssen die Städte ein überdurchschnittlich gutes Nahverkehrsangebot präsentieren können. Das gilt beispielsweise für Düsseldorf. Erstrebenswert ist die Höherstufung, weil damit zugleich höhere Einnahmen generiert werden können oder einfacher formuliert: In A3-Städten sind die Fahrkarten teurer als die in den anderen beiden Gruppen. "Die Kunden müssten sich auf Fahrpreiseerhöhungen von rund acht Prozent einstellen", schätzt Heidenreich.

Auf welcher Grundlage der Duisburger Oberbürgermeister nun die Höhergruppierung beantragt, entzieht sich seiner Kenntnis. "Es gibt keinen entsprechenden Ratsbeschluss. Er handelt im Alleingang." Im VRR lege man allerdings Wert darauf, dass eine solche Umgruppierung von der jeweiligen Stadt mitgetragen wird. Schleierhaft ist Heidenreich ebenfalls, wie der Oberbürgermeister das "überdurchschnittliche" Verkehrangebot begründen will. "Das haben wir hier in Duisburg mit Sicherheit zur Zeit nicht", sagt er. Immer wieder seien Straßenbahnen zur Reparatur in der Werkstatt und würde stattdessen dann ein Schienenersatzverkehr organisiert. Die eingesetzten Busse müssten sich dann durch Staus und über marode Brücken quälen und könnten oft den Fahrplan nicht einhalten. Die Ausstattung der Straßenbahnwagen sei genau so verbesserungswürdig wie die Sauberkeit. Und auch viele Haltestellen seien nicht so, dass der Kunde den Eindruck gewinnen könne, dass der Nahverkehr hier "überdurchschnittlich" gut sei. Der Oberbürgermeister argumentiere mit dem gerade vom Rat beschlossenen Nahverkehrsplan, "was ich fast lächerlich finde", so Heidenreich. Denn mit diesem Konzept würden viele Linien künftig wegfallen, wogegen sich bei den Bürgern jetzt schon heftiger Protest regt. So gut die Einführung von "MyBus" für die Innenstadt-Stadtteile sei, damit könne man nicht kompensieren, dass gerade im Norden und Süden wichtige Linien wegfallen sollen. In der CDU-Ratsfraktion informierte Heidenreich inzwischen seine Parteifreunde über den Vorstoß des OB und fand dort Rückhalt für die Ablehnung einer solchen Höherstufung durch die CDU im VRR. Die Fraktion von Junges Duisburg hat bereits angekündigt, das Thema in die nächste Ratssitzung zu tragen und teilt die Auffassung des CDU-Ratsherrn, dass der Nahverkehr in Duisburg in gar keiner Weise überdurchschnittlich gut ist.

Quelle: RP
 
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