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Serie Die Schönsten Radtouren
Zwischen Naturschutz und Grenzgebiet

Duisburg. Die Leucht bildete einst die Grenze zwischen Preußen und dem Kurfürsten Köln. Heute sind Reste einer Galgenstätte aufzufinden. Zu entdecken gibt es auch ein ausgetrocknetes Flussbett eines Gletschertors und Naturschutzgebiete. Von Kilian Treß

Kamp-Lintfort Auf halben Weg von Kamp-Lintfort nach Alpen liegt die Leucht - ein etwa 12 000 Hektar großes Waldgebiet des Regionalforstamts Niederrhein. Es bietet für Radfahrer ein besonderes Streckenprofil und eine Menge sehenswerter Naturschutzgebiete und -Denkmäler.

Der Ausgangspunkt der Radroute ist der Kirchweg im Kamp-Lintfort. Über Herzog- und Eupener Straße sowie den Kirchplatz geht es vorbei am Rathaus auf die Wilhelm- und die Moerser- bis zur Prinzenstraße. Dann geht es nur noch geradeaus über die L 491 bis ins Waldgebiet der Leucht. Die Landstraße, die durch die Leucht verläuft, gleicht in etwa der früheren Grenze des preußischen Herzogtums Kleve im Nordwesten und dem Kurfürstentum Köln im Südosten im 16. Jahrhundert. Der Stappweg verbindet beide Gebiete und ist mit dem Rad befahrbar. In Richtung Osten führt er zum Leichenweg, der wiederum ins Naturschutzgebiet der Sauren Veen. Vor einigen Jahren kam es an der Stelle wegen Bohrungen wegen des Steinkohlebergbaus zu starken Bodensenkungen. Das beschädigte die Schicht, die das Wasser im Hochmoor staute. Das Wasser versickerte in Folge - die Fläche trocknete aus. Die ehemals vorhandene Fauna und Flora des Moors verschwand.

Zusätzlich sind einige Naturdenkmäler auf dem Weg gelegen. Darunter das der Rotbuche sowie der Stieleiche. Nachdem der Forst Richtung Alpen durchquert ist, liegt zur Rechten der Bergweg. Der führt in Richtung Süden zum Erlenbruchwald. In diesen Gräben sind verschiedene Torfmoos-Arten zu entdecken. Mit Pflegemaßnahmen von Seiten des Naturschutzes soll verhindert werden, dass diese offene, feuchte Lichtung von Bäumen besiedelt wird. Angenommen, es werde nicht regelmäßig der aufkommende Birken- und Faulbaum-Jungwuchs entfernt, verwandelt sich das Gebiet in nur wenigen Jahren in Wald. Der feuchte Charakter der Lichtung würde verloren gehen.

Nach dem Erlenbruchwald führt der Bergweg wieder zum Ausgangspunkt - zum Stappweg. Dieser führt in Richtung Süd-Westen über die L 491 auf die Westseite der Leucht. Am nördlichen Rande des Forstgebietes, am Übergang Waldweges zum Bongersweg, liegt das Überbleibsel des Rheinberger Galgen. Der Begriff Galgenbogen weist auf eine ehemalige Richtstätte hin - die ehemalige Galgenstätte der im Mittelalter existierenden Rheinberger Gerichtsbarkeit. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist das ausgetrocknete Bachbett eines eiszeitlichen Gletschertors. Es befindet sich zwischen dem Feuerwachturm und der Kiesgrube am Strohweg/Waldweg.

Den Rückweg treten sie wieder über die L 491 an.

Quelle: RP
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