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Rees
38-Zentimeter-Zopf für die Krebshilfe

Rees: 38-Zentimeter-Zopf für die Krebshilfe
Kerstin Hofman ließ sich von Friseurmeisterin Melanie Berendsen einen 38 Zentimeter langen Zopf abschneiden. FOTO: Scholten
Rees. Kerstin Hofman aus Rees fand die Aktion von Veronika Hollands und Mirjam Brinkmann so toll, dass sie jetzt auch ihr Haar spendete. Von Michael Scholten

Im November 2015 berichtete die Rheinische Post über Veronika Hollands aus Rees und Mirjam Brinkmann aus Mehrhoog. Die Freundinnen hatten sich ihre langen Haare abschneiden und daraus Perücken herstellen lassen, um so die Deutsche Krebshilfe zu unterstützen. Kerstin Hofman aus Rees las den Zeitungsbericht und war beeindruckt von der Aktion.

"Mir war sofort klar, dass ich ebenfalls meine Haare spenden möchte, besonders, weil ich Kolleginnen habe, die an Krebs erkrankt sind", sagt Kerstin Hofman.

Seitdem ließ sie ihre ohnehin langen Haare wachsen und vermied jeden Friseurtermin. Jetzt aber setzte Friseurmeisterin Melanie Berendsen die Schere an. In ihrem Halderner Salon "Melanies Kopfarbeit" schnitt sie die dicken Haare Strähne für Strähne ab. Am Ende hielt sie einen 38 Zentimeter langen Zopf in der Hand. "Gesundes, langes Haar abzuschneiden, tut einem Friseur meist mehr leid als der Kundin", sagt Melanie Berendsen. "Doch hier ist das für einen guten Zweck und die neue Frisur sieht wirklich gut aus."

Kerstin Hofman und die Friseurmeisterin, die sich durch die Feste der Feldmarker Schützen kennen, entschieden sich für einen modischen Bob. "Seitlich sind die Haare etwas länger, hinten aber besonders kurz, damit der Zopf so lang wie möglich sein kann", sagt Kerstin Hofman. Sie will die Haare nun an die Rieswick & Partner Friseur GmbH in Velen-Ramsdorf spenden, die auf die Herstellung von Perücken spezialisiert ist und diese dann spendet.

Ob die Haare noch gefärbt oder anderweitig bearbeitet werden, hängt davon ab, an welchen Perücken die Macher gerade arbeiten. Für eine Echthaarperücke sind bis zu drei Haarspenden notwendig, die Haare müssen dabei mindestens 25 Zentimeter lang sein. Und sie sollten möglichst gesund und natürlich, also ungefärbt sein. Nachdem Qualität und Länge ihrer Haare bewertet worden sind, wird Kerstin Hofman eine Nachricht erhalten, wie viel ihr Haar wert ist. Diesen Betrag spendet sie dann auch an die Deutsche Krebshilfe oder an die Kinderkrebshilfe Weseke.

"Mir ist wichtig, dass eine krebskranke Frau oder ein Kind von meinen Haaren profitiert", sagt Kerstin Hofman. Ihr Mann Wouter hat die Aktion seiner Ehefrau voll und ganz an unterstützt. Auch ihre Kollegen im Weseler Kaufhof waren vorab informiert und werden sich nicht wundern, wenn Kerstin Hofman morgen mit neuer Friseur zur Arbeit kommt. Bereut hat die Reeserin die Entscheidung zu keiner Sekunde: "Allerdings habe ich die langen Haare morgens noch einmal gründlich gewaschen, quasi um Abschied von ihnen zu nehmen", erzählt sie. "Und hinterher habe ich dann gemerkt, wie kalt es plötzlich im Nacken ist, wenn der wärmende Zopf fehlt."

Kerstin Hofman will die Haare nun wieder mindestens zwei Jahre lang wachsen lassen und dann erneut spenden. "Ich finde, das sollten viel mehr Leute machen. Wenn man die Haare ab einer bestimmten Länge bewusst abschneidet, tut das bei weitem nicht so weh, als wenn man die Haare unfreiwillig durch eine Krebserkrankung verliert", sagt sie - und betont: "Die Haarspende ist wirklich die einfachste Möglichkeit, krebskranken Menschen zu helfen und ihnen durch eine Perücke ihr Selbstvertrauen wiederzugeben."

Quelle: RP
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