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Emmerich
52 000 Fotos: Keines war so gut wie dieses

Emmerich: 52 000 Fotos: Keines war so gut wie dieses
Das Motiv für sein Siegerfoto fand Holger Bücker in der Fußgängerzone von Hannover. "Dort saß ein Bettler mit einem faszinierenden Gesicht", sagt Bücker. FOTO: Bücker
Emmerich. "Old Richard" heißt diese Porträtaufnahme, mit der der Emmericher Holger Bücker den begehrten Al-Thani Grand Prix Award for Photography gewonnen hat. Das Preisgeld: 30 000 Dollar und eine fast unbezahlbare Leica-Kamera. Von Monika Hartjes

Er ist immer noch erstaunt darüber, sagt der gebürtige Emmericher Holger Bücker. Aus 52000 Fotos wurde sein Foto ausgesucht und belegte den ersten Platz bei einem der ganz großen internationalen Fotowettbewerbe, dem "Al-Thani Grand Prix Award for Photography".

Der Al-Thani Award ist einer der am höchsten dotierten Fotopreise der Welt. Für den Sieger gibt es 30.000 US-Dollar und eine Leica M6 "Al-Thani Edition", die käuflich nicht zu erwerben ist und nur an die Sieger ausgegeben wird. Von der Kamera, die Bücker erhielt, wurden nur acht Stück angefertigt. "Es ist einfach unglaublich."

Der 44-jährige Bücker wuchs in Emmerich auf. Er lebte an der Konrad-Adenauer-Straße, wo heute noch seine Mutter Jannette wohnt, die er regelmäßig besucht. In Hüthum ging er auf die St. Georg-Grundschule, 1990 machte er sein Abitur am Willibrord-Gymnasium. "Wir waren der letzte Jahrgang in der Stadt, bevor das Gymnasium an die Hansastraße umzog."

Erst im März war Bücker noch in seiner Heimatstadt, um das Abi-Treffen zu besuchen, das im Restaurant "Franz" gefeiert wurde. Bücker, der jetzt in Hannover wohnt, wo er als Datenschutzbeauftragter tätig ist, kommt gerne an den Niederrhein zurück. "Mit meiner Mutter mache ich hier gerne Radtouren."

Das Motiv für sein Siegerfoto fand er in der Fußgängerzone in Hannover. "Dort saß ein Bettler mit einem faszinierenden Gesicht. Man sah ihm an, dass das Leben für ihn nicht einfach war, aber er machte trotzdem einen zufriedenen Eindruck." Der Mann erklärte sich bereit, sich fotografieren zu lassen.

Das Foto, dem Bücker den Titel "Old Richard" gab, überzeugte auch die Jury des Al-Thani Award for Photography. Am 26. Februar fand die Preisverleihung in London statt. "Wir waren im 'London Banqueting House' im Whitehall Palace. Unter den 360 geladenen Gästen waren Hoheiten aus Katar, britischer Adel und Hochadel, ein ehemaliger französischer Minister für Kultur und die Direktorin von 'The Photographers' Gallery", erzählt Bücker, der in diesem Jahr der einzige europäische Preisträger des Wettbewerbs war. Da war der schwarze Anzug natürlich Pflicht! Er hat bereits einige Fotowettbewerbe gewonnen und auch Titelbilder auf Musikzeitschriften gehabt. "Aber dieser Preis toppt alles!"

Schon zu Schul- und Studienzeiten hat er immer gerne fotografiert, berichtet Bücker. "Meine Ausrüstung beschränkte sich zunächst auch nur auf eine kleine analoge Sucherkamera.

Später kam eine Spiegelreflexkamera dazu, eine EOS 500 mit zwei Sigma-Objektiven. Diese fand ihren größten Einsatz bei meiner zweiten Australienreise 1994", erzählt der Emmericher.

Mit dem Einstieg in die digitale Fotografie stieg die Anzahl der Fotos rapide an. Er kaufte sich eine Bridge-Kamera, die Minolta Dimage A2, und lernte in den folgenden Jahren autodidaktisch mehr und mehr über die Fotografie. "2007 erfolgte mit der EOS 40D der Einstieg in die digitale Spiegelreflex-Welt. Seitdem wächst die Ausrüstung beständig", sagt der Hobbyfotograf, der auch Fotokurse gibt.

Für ihn ist das Fotografieren mittlerweile weit mehr als nur ein Hobby. "Es ist eine Passion und eine Möglichkeit sich auszudrücken."

Quelle: RP
 
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