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Rees
84-Jährige seit April ohne heißes Wasser

Rees. Mieter klagen über Zustände im Reeser "Schalke-Haus". Anwältin will Strafanzeige wegen Körperverletzung stellen. Von Sebastian Latzel

Der Fall ist unglaublich. Bereits seit April kommt bei Maria Stumpf kein heißes Wasser mehr aus der Leitung. Die 84-Jährige wohnt im so genannten "Schalke-Haus" an der Florastraße und ist pflegebedürftig. Damit die Seniorin überhaupt baden und duschen konnte, holte ihre Tochter Nadja Zech sie immer mal wieder zu sich nach Hause.

Gleichzeitig beschwerte sie sich massiv beim Vermieter Gagfah Group über die Zustände. Ohne Erfolg. "Wir wurden immer nur vertröstet, es hieß: Das wird gemacht. Passiert ist aber gar nichts", berichtet sie. Sogar als sie die Miete kürzte und schließlich gar nicht mehr zahlte, kam keine Reaktion. Frau Zech schaltete den Mieterschutzverein ein, nahm sich schließlich eine Anwältin, und auch für die ist die ganze Sache ein echter Skandal. "Mit dieser Immobilienfirma haben wir schon mehrfach schlechte Erfahrungen gemacht", berichtet Marlies Küpers-Quill aus Bocholt. Auch dort gab es bereits Probleme zwischen Mietern und Gagfah.

"Die Liste der Mieter, die sich über nicht behobene Mängel in den Wohnungen der Gagfah beschweren, ist lang." In Rees ist offenbar das Problem, dass die Wasserrohrleitungen so zusitzen, dass es keinen normalen Durchfluss mehr gibt. Damit fehlt auch der nötige Druck dafür, dass der Durchlauferhitzer anspringt. Die Folge: Es kommt nur kaltes Wasser aus der Leitung. Manchmal sei es sogar so extrem, dass gar kein Wasser mehr fließt. Die Anwältin hat die Vermieterfirma aufgefordert, die Mängel zu beseitigen. Auf den ersten Brief kam gar keine Reaktion. Nach dem zweiten gab es dann die Auskunft, dass bis Ende September der Schaden behoben sei. Passiert sei seitdem nichts. Saniert wurde nur eine Seite des Häuserblocks, am anderen sei nichts repariert worden. Die Anwältin hat daher jetzt eine Strafanzeige wegen Körperverletzung vorbereitet.

In dem "Schalke-Haus" beschweren sich noch mehr Mieter über die Zustände. Charlotte Jähner ist ebenfalls pflegebedürftig und hat einen Anwalt eingeschaltet. Inzwischen sei auch das Kreisgesundheitsamt informiert, das bereits einen Ortstermin gehabt habe. Auch die Tochter von Maria Stumpf will sich jetzt an das Gesundheitsamt wenden. "Wenn ich erzähle, dass meine Mutter seit April kein heißes Wasser hat, dann glaubt mir das keiner. Was hier passiert, ist wirklich unglaublich", sagt sie.

Von Seiten der Gagfah gab es gestern keine Stellungnahme zu dem Fall. Es hieß, die Pressesprecherin sei erkrankt, die Anfrage solle per Mail eingereicht werden. Gegen Abend kam dann die Nachricht, dass man in dem Fall recherchieren und sich dann wieder melden würde.

Quelle: RP
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