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Emmerich
Abschied von den Clemensschwestern

Emmerich: Abschied von den Clemensschwestern
Schwester Bernarde hat ihre Koffer gepackt und ist bereit für den Umzug nach Anholt. FOTO: Christian Breuer/michael schwarz
Emmerich. Schwester Bernarde und Schwester Creszentia haben das St. Antonius-Hospital Kleve verlassen. Damit geht eine lange Geschichte zu Ende: 1843 waren die ersten Ordensfrauen in die Schwanenstadt gekommen.

Die Koffer stehen gepackt im Flur, die meisten Zimmer sind schon leer geräumt. Dunkle Ränder an den weißen Wänden zeigen, wo bis vor wenigen Tagen noch Bilder hingen. Schwester Bernarde blickt sich um. Es sind die letzten Stunden in Kleve, am Gründonnerstag beginnt für die 85-Jährige ein neuer Lebensabschnitt. Mit Schwester Bernarde verlässt die letzte Clemensschwester Kleve.

Damit geht eine lange Geschichte zu Ende - im Jahr 1843 kamen die ersten Ordensfrauen der "Barmherzigen Schwestern von der allerseligsten Jungfrau und schmerzhaften Mutter Maria", wie die Clemensschwestern eigentlich heißen, in die Schwanenstadt. Zwei Jahre später nahmen sie ihren Dienst im Krankenhaus auf. Das war damals das erste Haus am Niederrhein, in dem Clemensschwestern wirkten. Bis zu 30 Schwestern gleichzeitig versahen in Kleve ihren Dienst.

Schwester Creszentia FOTO: Bistum

"Diese Zeiten sind vorbei", sagt Schwester Bernarde und blickt aus dem Fenster. Gemeinsam mit Schwester Creszentia hatte sie ihre Wohnung in einem Verwaltungstrakt auf dem Klinikgelände. Doch nach einem Sturz musste die 96-jährige Creszentia vor wenigen Tagen bereits überraschend ins Mutterhaus nach Münster ziehen, wo sie nun versorgt wird. Und so war dann früher als gedacht auch für Bernarde die Zeit des Abschieds gekommen. Schwester Bernardes Blick fällt auf ein Geschenk, das ihr ein Besucher gebracht hat. "Das war so schnell nicht geplant", sagt sie leise. Noch in der vergangenen Woche hatte sie die ehrenamtlichen Helfer unterstützt und jeden Morgen beim Frühstücksdienst geholfen. Außerdem kümmerte sie sich um kleinere Aufgaben in der Krankenhauskapelle. Zu der fuhr sie mehrmals täglich mit dem Rad. "Ich bin besser auf dem Fahrrad als zu Fuß", sagt sie.

Keine Frage, dass das Rad mit zur neuen Wirkungsstätte umzieht. Schwester Bernarde wird nach 19 Jahren in Kleve nach Anholt ziehen. Dort ist eine Einrichtung, die sich auf Patienten mit Multipler Sklerose spezialisiert hat. 35 Ordensschwestern helfen dort, zu ihnen wird Schwester Bernarde ziehen. Weil am Ende alles so schnell ging, gab es keine offizielle Verabschiedung. In den Gottesdiensten in Kleve wurde jedoch auf den Abschied hingewiesen. Propst Johannes Mecking sagte: "Wir möchten den Clemensschwestern unseren großen Dank sagen und den beiden wünschen, dass ihnen eine von Gott gesegnete Lebenszeit verbleibt. Wir werden sie sehr vermissen, aber sicher auch in dankbarer Erinnerung halten." Anschließend habe es viel Applaus gegeben, hat Schwester Bernarde gehört. Sie lächelt.

(cb)
 
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