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Emmerich
Absurdes Schild ärgert die Rhein-Wirte

Emmerich: Absurdes Schild ärgert die Rhein-Wirte
Bis hierhin und nicht weiter: Wenn ein Lieferant es doch wagt, bekommt er Ärger mit dem Amtsschimmel. FOTO: Hagemann
Emmerich. Jahre ging alles glatt, doch jetzt droht den Bierkutschern eine Strafe bei der Belieferung der Promenaden-Gastronomie. Von Christian Hagemann

Seit wann das Schild dort steht, wissen die Gastwirte der Promenade gar nicht mehr so genau. Nur, dass ihm eigentlich niemand Beachtung schenkte. Aber plötzlich ist das anders. Und die Wirte sind in Aufregung.

Das Schild steht am Parkring, kurz hinter einem weiteren, das das Parken neben dem Rheincenter strengstens verbietet - Ausnahme Anlieferung.

Vielleicht fünf Meter dahinter steht es: rund, roter Rad, in der Mitte ein Lkw in Schwarz. Das Signal: Ab hier ist die Durchfahrt für Lastwagen aller Art verboten. Der Weg dahinter führt geradeaus direkt zur Promenade, rechts dahinter geht es über das Wassertor auf die Rückseite von Emmerichs Rheinmeile. Und da liegen die Hintereingänge der Restaurants und Gaststätten. Genau über diese wird Emmerichs Promenadengastronomie beliefert.

Jahre gab es keine Probleme, schildern Wirte. Wie sonst sollen auch die Bierfässer und Lebensmittel in die Keller und Küchen gelangen? Doch jetzt soll die Polizei einen Bierkutscher angehalten und für den Fall der Wiederholung mit einer Strafe von 10.000 bis 15.000 Euro gedroht haben. Angeblich wegen Wettbewerbsverzerrung, weil sich die anderen Anlieferer daran halten. Knöllchen soll es auch schon gegeben haben für Lastwagenfahrer, die ihr Fahrzeug zum Entladen abgestellt haben. Sogar der Chef eines großen Getränkeunternehmens soll nach Emmerich gekommen sein, um die Sache mit dem Schild anzusprechen und eine Ausnahmegenehmigung zu bekommen.

Daran schließt sich die Frage an, warum es überhaupt eine solche Genehmigung geben müsste in einem so eindeutigen Fall. Schließlich ist die Anlieferung für die Gastronomie überlebenswichtig. Man stelle sich vor, die Fahrer der Lastwagen müssten die Bierfässer hunderte von Metern bis zur jeweiligen Gaststätte schleppen. Und so ergibt sich eine Frage: Wenn die Anlieferung für die Promenade ein Muss ist, gleichzeitig aber große Lastwagen aus der Innenstadt herausgehalten werden sollen - warum gibt es für das Schild nicht ein kleines Zusatzschildchen mit dem Hinweis "Lieferverkehr frei". Fünf Meter vorher geht das ja auch beim Rheincenter.

Gastwirte munkeln, dass es ein Schreiben der Stadt an einen Anlieferer geben soll, der sich über die neue Regelung beklagt hat. Ihm soll aus dem Rathaus zugesichert worden sein, dass die Politessen dulden, wenn die Lastwagen dort stehen und abladen.

Doch das wäre unlogisch und absurd, wenn man bedenkt, dass der Lastwagenfahrer ja bereits von der Polizei schon weit vor dem Abladen hätte angehalten, zurückgeschickt oder verwarnt werden müssen. Denn um an der Hinterseite der Rheinmeile legal-illegal parken zu können, müsste er ja bereits vorher gegen die Straßenverkehrsordnung verstoßen haben.

Aus dem Rathaus gab es gestern folgende Info: Das Schild stehe an dieser Stelle bereits seit 1999. Mit dem Bau des Rheincenters sei es aufgestellt worden. Fahrzeuge mit mehr Gewicht als 3,5 Tonnen dürfen dort nicht weiterfahren. Es sei denn, die Firmen haben eine Ausnahmegenehmigung bei der Stadt beantragt. Dann dürfen sie durch.

Die Wirte allerdings schwören, dass so eine Genehmigung bis lang nie notwendig war. "Das ist ja auch Quatsch", so ein Wirt. "Denn die Lieferanten und Spediteure müssten sich ja die Genehmigung besorgen. Und die ändern sich ständig."

Die Forderung der Wirte bleibt daher: Einfach ein Schildchen dran "Lieferverkehr frei".

Quelle: RP
 
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