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Emmerich
Aktuelle Proben zeigen: Zu viel Nitrat im Grundwasser

Emmerich. Viel zu hohe Nitratwerte im Grundwasser hat der VSR-Gewässerschutz bei den Brunnenwasserproben festgestellt, die im Rahmen der Informationsveranstaltungen am 2. Mai in Rees abgegeben wurden. Das hat der Verein (Sitz in Geldern) jetzt mitgeteilt.

In jeder vierten untersuchten Probe lag die Nitratkonzentration oberhalb des Grenzwertes der deutschen Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter. Insgesamt wurden bei der Untersuchung das Wasser aus 35 privat genutzten Brunnen aus dem Raum Rees/Emmerich/Isselburg analysiert. Die Gewässerexperten warnen vor einer weiteren Überdüngung der landwirtschaftlichen Böden. Es kommt dadurch zu einer unnötig hohen Nitratauswaschung ins Grundwasser.

Die Mitglieder vom VSR-Gewässerschutz fanden bei der Untersuchungen 186 Milligramm Nitrat pro Liter in einem privat genutzten Brunnen in Anholt. Weitere mit Nitraten stark verschmutzte Brunnen stellten die Umweltschützer auch in Klein-Netterden mit 83 Milligramm pro Liter (mg/l), in Vrasselt mit 61 mg/l, in Praest mit 71 mg/l und in Millingen mit 131 mg/l fest. Das Wasser ist wegen der Überschreitung der Trinkwasserverordnung nicht mehr zum Trinken geeignet. "Die gemessenen, viel zu hohen Nitratkonzentrationen zeigen einen deutlichen Handlungsbedarf in der Landwirtschaft", so der Verein.

Das so belastete Grundwasser hält auch nicht die EU-Nitratrichtlinie ein. Ziel der Richtlinie ist es, die durch Nitrat aus landwirtschaftlichen Quellen verursachte Gewässerverunreinigung zu reduzieren. "Hierfür bedarf es einer Düngeverordnung, die auch die vom VSR-Gewässerschutz aktuell festgestellten Belastungen in der Region schnellstmöglich verringert", heißt es weiter.

Doch dafür reiche der bisherige Entwurf zur Novellierung der Düngeverordnung nicht aus. Das habe nun auch die EU-Kommission festgestellt und eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof eingereicht. Der VSR-Gewässerschutz begrüßt diesen Schritt der EU-Kommission. "Die Bundesregierung sah sich bisher aufgrund des Drucks von Seiten der landwirtschaftlichen Lobby nicht in der Lage, in den Betrieben geringere Stickstoffüberschüsse durchzusetzen."

vsr-gewaesserschutz.de

Quelle: RP
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