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Emmerich
Als der Beat nach Emmerich kam

Emmerich: Als der Beat nach Emmerich kam
Die „Runaways“ mit Michael Voller, Armin Hahn, Jürgen Neerincx, Michael Kemkes (v.l.) und Klaus Wemmers (knieend). FOTO: NN
Emmerich. In den 1960er Jahren war England das Zentrum der Beat-Musik. Aber auch am Niederrhein gründeten viele junge Leute Bands, die ihren Vorbildern aus Großbritannien nacheifern wollten. Eine davon waren "The Runaways" aus Emmerich. Von Markus Balser

Die "Runaways" waren vor 50 Jahren von Klaus Wemmers (Bass, Lead-Gitarre, Gesang) und Michael Voller (Gesang, Gitarre) zusammen mit Jürgen Neerincx (Orgel), Michael Kemkes (Bass, Gitarre Gesang) und Armin Hahn (Schlagzeug) gegründet worden.

Live im Aldegundisheim. Der Mann, der am rechten Bildrand lässig an seiner Kippe zieht, ist ein gewisser Udo Lindenberg. Er wartet auf den Auftritt seiner Band "Les Chapeaux". FOTO: NN

Bis 1967 sorgte die Gruppe in Emmerich und Umgebung bei jungen Leuten für Furore. Zusammen mit Bands wie der "Group 66" aus Hüthum und der "Wildyard Group" aus Elten brachten sie ein neues Lebensgefühl an den Niederrhein, das in England seinen Ausgangspunkt genommen hatte.

Ab 1966 hatten die "Runaways", damals zwischen 15 und 17 Jahre alt, regelmäßige Auftritte im Aldegundisheim, aber auch in Halderner Jugendheim, im Schweizerhaus in Kleve oder bei diversen Festen griff das Quintett in die Saiten - mit "harten Klängen", wie die Lokalpresse seinerzeit anmerkte. An die "Beatabende" erinnert sich Michael Voller noch sehr gut: "Das war schon etwas Besonderes. Da ging die Jugend geschniegelt hin - im Anzug und im schicken Kleid. Und dann wurde getanzt und gefeiert", erzählt der heute 65-Jährige.

Die "Runaways" hatten unter anderem Stücke von den Beatles, den Who, den Rolling Stones, den Small Faces und vielen anderen im Programm. Jeder Auftritt startete mit "Well Respected Man" von den Kinks. Aber auch vier eigene Stücke gehörten zum Repertoire. Die Nummer "Pretty Baby" fand dabei immer besonderen Anklang.

Bei diversen Bandwettbewerben konnten sich die Emmericher oft vorne platzieren. Und gelangten so zu lokalem Ruhm und vielen Fans. Bei Auftritten gab es dann für die Musiker auch zwischen 50 und 190 Mark an Gage."Als Junge aus der Innenstadt war ich vorher in Speelberg nicht gerne gesehen. Als ich dann mit den ,Runaways' zurückkam, waren wir die Könige", sagt Michael Voller mit einem Lachen.

Tondokumente sind von der Emmericher Band wohl keine erhalten geblieben. Dafür aber ein Film, der sie bei einem Auftritt vom 26. März 1967 im Aldegundisheim zeigt. Er ist jetzt auf der Videoplattform "Youtube" zu sehen. Allerdings überlegt mit einer Tonspur, die nicht von den "Runaways" stammt. Dabei stand für das Quintett aus Emmerich sogar einmal eine Plattenaufnahme im Raum. Doch kurz bevor es so weit war, löste sich die Band auf.

Armin Hahn zog es in der Folge nach Berlin, Jürgen Neerincks nach Xanten, Michael Kemkes ging nach Elten. Klaus Wemmers übernahm die Gaststätte "Zum Anker", Michael Voller leitete lange Jahre die Leegmeer-Grundschule.

Ein Plakat, das ein Konzert im Mai 1967 ankündigt. Der Name der Hüthumer Band "Group 66" wurde darauf falsch geschrieben. FOTO: privat

"Es war eine wirklich aufregende Zeit", sagt Michael Voller im Rückblick. Gerne hätte er noch einmal mit seinen Bandkollegen von damals zusammengespielt. Doch dazu ist es nie gekommen. Mit dem Tod von Klaus Wemmers 2009 hatten sich die Pläne, als Rentner-Beat-Band aufzutreten, zerschlagen.

Das Video von den Runaways ist auf youtube zu sehen .Wer "Emmerich und Runaways" eingibt, landet einen Treffer.

Quelle: RP
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