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Emmerich
Als der Prinz um seine Stimme bangte

Emmerich: Als der Prinz um seine Stimme bangte
Endlich Prinz und Prinzessin: Prinz Simon I. und Prinzessin Sandra II. FOTO: Markus van Offern
Emmerich. Prinz Simon I. und Prinzessin Sandra II. regieren jetzt die Emmericher Narren. Zu ihrer Proklamation kamen viele Jecken ins Stadttheater. Der Prinz, ein alter Hase im Karnevalsgeschäft, präsentierte sich leicht heiser - aber souverän. Von Monika Hartjes

Eigentlich blickte Simon Terhorst seiner Proklamation am Samstag im voll besetzten Stadttheater recht entspannt entgegen, steht er doch seit Jahrzehnten auf der karnevalistischen Bühne. Terhorst war Kinderprinz, Büttenredner, Tänzer, drei Mal Gardist und ist jetzt VCK-Präsident. "Doch dann war plötzlich meine Stimme weg und ich wurde immer nervöser." Und das ausgerechnet bei so einem Ereignis! Aber alles ging dann doch gut: Etwas heiser, aber souverän und sympathisch, sang und tanzte sich Prinz Simon I., "mit sauvielen Titeln zum Tennisstar, heut mit Sandra ein Prinzenpaar" - so sein Beiname - in die Herzen des närrischen Publikums. Gemeinsam mit seiner Prinzessin Sandra II., "vom Camping mit Zelten zur Prinzessin aus Elten".

Zunächst verabschiedete Geck-Präsident Michael Verhey das "alte" Prinzenpaar Michael und Elke Rozendaal. Die scheidende Prinzessin hatte das letzte Wort: "Uns wurde so viel Herzlichkeit und Wärme entgegengebracht. Hätte Michael mich nicht überredet, ich hätte nie erfahren, wie schön es ist, Prinzessin von Emmerich zu sein." Ebenfalls verabschiedet wurde Karl-Heinz "Kalle" Reichel, der 14 Jahre lang im Geck für den musikalischen Bereich und die Pressearbeit zuständig war.

Das Stadttheater war voll besetzt, als am Samstag die Prinzenproklamation auf dem Programm stand. Gefeiert wurde bis weit nach Mitternacht. FOTO: van Offern Markus

Bürgermeister Peter Hinze hängte der neuen Tollität die Prinzenkette um und dankte den elf Karnevalsvereinen und dem Geck für ihr Engagement. Prinz und Prinzessin, die große Campingfans sind, was man an dem Klapp-Wohnwagen in der Bühnenkulisse erkennen konnte, schenkte er Campingmöbel für unterwegs. Auch der Prinz hatte ein Geschenk: "Bei den ganzen Baustellen in Emmerich brauchst Du einen Bauhelm", sagte er zum Bürgermeister. "Nur am Neumarkt brauchst Du den nicht, da kannst Du die Karnevalsmütze tragen."

"Heute steht die Welt still" - so lautet das Motto der diesjährigen Session. "Der Alltag ist so stressig und die beste Art abzuschalten ist der Karneval. Lasst uns die nächsten 111 Tage die Welt still stehen lassen", sagte der Prinz.

Gehören zu jeder guten Karnevalsveranstaltung: die Tanztruppen. Auch sie freuen sich auf die Session. FOTO: van Offern Markus

Beim Gardelied gab es eine Premiere: Simon Terhorst stand als Vorsänger gemeinsam mit Karlo Rempe auf der Bühne und sorgte für mächtig Stimmung. Diese wurde noch angeheizt durch den temperamentvollen Gardetanz. Danach lief der Schweiß über die Tollitäten-Stirn, denn das Prinzenpaar wirbelte ordentlich mit. Mit stehendem Applaus und Begeisterungspfiffen wurde es gefeiert und, na klar, da war eine Zugabe fällig. Anschließend genossen Prinzenpaar und Garde das Programm: Die Band "Dörmakar" brillierte mit der neuen Hymne "Emmericher Karneval,, olé" und dem "Erdbeermarmelade"-Song, die Mädels der Schützen Elten zeigten ihren "Candy"-Showtanz, "Dummschwätzer" und Gardist Christoph Heiting erzählte über "Emmerich, das Shopping-Paradies - fürs Schrottwichteln" und fünf Jungs vom VCK machten Musik "a la Blue Men Group" auf Trommeln und Röhren. Höhepunkt war der Marschtanz von 32 jungen Damen aus den Karnevalsvereinen HFK, EKV und die "BonAmies" der Praester Schützen. Bewegend der Auftritt von "Momo" Hans-Werner Mumbeck, der nach einer schweren Krankheit wieder mit seiner "Et fing alles damit an"-Büttenrede auf der Bühne stand. Die Musikgruppe "Kleefse Töhn" sorgte mit Karnevalssongs, Polka und Samba für Superstimmung. Im Foyer des Stadttheaters wurde bis nach Mitternacht gefeiert.

Quelle: RP
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