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Emmerich
Als "Schimmi" nach Emmerich kam

Emmerich. Tschechow und Dostojewski: Einige Auftritte von Götz George im Stadttheater bleiben in nachhaltiger Erinnerung. Von Markus Balser

Exakt heute vor 35 Jahren flimmerte die erste Tatort-Folge mit Götz George in der Hauptrolle über die deutschen Bildschirme. Und in der Premiere "Duisburg-Ruhrort" verschlägt es die beiden Kommissare Schimanski und Tanner im Zuge ihrer Ermittlungen auf dem Wasserwege auch bis nach Emmerich. Etwa zur Hälfte des Krimis, ungefähr bei Minute 40, ist es soweit. Nach der Vernehmung eines zwielichtigen Binnenschiffers auf dem Rhein lassen sich die beiden mit einem Zollboot wieder nach Hause fahren: "Komm Schimmi, wir sind gleich in Emmerich", mahnt Kollege Tanner (Eberhard Veick) seinen Kollegen zur Rückfahrt. Zum Glück für die beiden gibt's an Bord 'ne Pulle Rum unter Deck.

Ob es tatsächlich die Emmericher Rheinbrücke ist, die in dieser Szene einmal kurz eingeblendet wird, darf bezweifelt werden und von der Stadt sieht man in dieser Einstellung auch nichts, jedoch war der jetzt verstorbene Schauspieler Götz George im wirklichen Leben tatsächlich einige Male in Emmerich. Am 25. April 1980 brillierte er im Stadttheater in Dostojewskis "Der Idiot" in der Rolle des Rogoshin. Von dieser Aufführung mit Thekla Carola Wied und Gerhart Lippert in den weiteren Hauptrollen stammt auch der Eintrag ins Gästebuch des Stadttheaters, den die RP hier mit freundlicher Genehmigung der Kulturbetriebe abdruckt. Großen Eindruck hinterließ George auch ein paar Jahre später, als er mit Tschechows "Platonov" nach Emmerich zurückkehrte. Elfie Peters, die jahrelang für den Spielbetrieb im Emmericher Theater zuständig war, blieb dieser Auftritt besonders nachhaltig in Erinnerung: "In der Hauptrolle zeigte er, was in ihm steckt", sagte sie bereits vor einigen Jahren der RP. Zudem habe sie ihn eher als zurückhaltend und sensibel erlebt: "Keine Spur vom späteren Ruhrpott-Rambo."

Auch dem ehemaligen Kulturbetriebsleiter Ludger Heyming Driessen blieb der Schauspieler als Ausnahme-Künstler ohne Allüren in angenehmer Erinnerung - als einer der ganz Großen, die einmal im Stadttheater zu sehen waren. Der Maler Hein Driessen, der George am Rande eines Auftritts kennengelernt hatte, denkt ebenfalls gern an ihn: "Er hat Emmerich sehr gemocht", erzählte er gestern der RP.

Quelle: RP
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