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Emmerich
Altmaier: Optimistisch in Zukunft blicken

Emmerich: Altmaier: Optimistisch in Zukunft blicken
"Wir leben im besten Deutschland, das es je gab", sagte Kanzleramts-Chef Peter Altmaier in seiner Rede. RP-Chefredakteur Michael Bröcker (vorne, 4.v.l.) moderierte die anschließende Diskussionsrunde. FOTO: Unternehmerverband
Emmerich. Peter Altmaier, Chef des Bundeskanzleramtes, war beim Unternehmerverband zu Gast. Vorstandsvorsitzender Wim Abbing aus Emmerich lobte ihn für seine Haltung in der Flüchtlingskrise.

Peter Altmaier hatte direkt zu Beginn seiner Rede die Sympathie der Zuhörer im Haus der Unternehmer in Duisburg auf seiner Seite. Nicht der wichtigste, aber der gewichtigste Minister sei er, scherzte der Kanzleramtschef.

Sodann warb Altmaier für mehr Selbstbewusstsein. "Wir leben im besten Deutschland, das es je gab", sagte er. 95 Prozent der anderen Länder auf der Erde beneideten Deutschland um seine Probleme. In den vergangenen zehn Jahren seien in der Bundesrepublik vier Millionen neue Arbeitsplätze entstanden. Die Jugendarbeitslosigkeit sei die geringste in Europa. Der Kanzleramtschef warb deswegen bei allen Problemen für einen optimistischen Blick auf die Zukunft.

Auch ihn treibe dabei das Thema Digitalisierung um. Man müsse viel mehr über die positiven Seiten dieser technologischen Entwicklung sprechen und so Sorgen, auch in der Wirtschaft, begegnen. Durch die Digitalisierung könnten Behördengänge abgeschafft oder die Pflege kranker Menschen verbessert werden.

Wenige Tage nach der US-Wahl wartete das Publikum natürlich auf eine Einschätzung Altmaiers zum künftigen US-Präsidenten Donald Trump. Der Wahlkampf und die mit ihm einhergehenden Verunglimpfungen hätten ihn persönlich erschüttert. Er wünsche sich, dass man auf der Basis gemeinsamer Werte mit der neuen Administration zusammenarbeite und politische Realitäten anerkenne. Altmaier glaubt zudem, dass es in der Außenpolitik durchaus eine Menge Kontinuität geben könne. Die Innenpolitik in den USA müsse man hingegen genauer beobachten. Der Kanzleramtschef berichtete von einem ersten Telefonat, das die Bundeskanzlerin mit Trump geführt habe. Das Gespräch sei gut gewesen. Auch auf Nachfragen von Michael Bröcker, Chefredakteur der Rheinischen Post, in der anschließenden Diskussion wollte Altmaier aber nicht mehr verraten. Nur so viel: Vielleicht ist der Umbruch in den USA auch eine Chance für Europa, stärker die Führung bei globalen Fragen zu übernehmen.

Ein Lob hatte der Vorstandsvorsitzende des Unternehmerverbandes, der Emmericher Unternehmer Wim Abbing, gleich zu Beginn seiner Rede für den prominenten Gast parat: Er zollte ihm Respekt für seine Haltung in der Flüchtlingskrise, die Altmaier koordiniert. "Es war und ist die richtige Entscheidung, dass Deutschland schutzbedürftigen Menschen Zuflucht bietet. Es gibt gute Gründe, verfolgten Menschen aus Kriegs- und Krisengebieten Schutz zu bieten. Der allererste ist: Mitmenschlichkeit", so Abbing.

Als Vertreter der Wirtschaft fügte er hinzu: "Als Exportweltmeister kann Deutschland nicht nur von den Früchten der Globalisierung profitieren. Wir müssen auch - aus Verantwortung und aus eigenem Interesse - helfen, die internationalen Probleme zu lösen." Abbing fordert in dieser Frage auch das verstärkte Engagement der Unternehmerschaft ein, gerade wenn es um die Arbeitsmarktintegration geht. Der Unternehmerverband selbst hat mit der Einstellung eines syrischen Flüchtlings in ein Ausbildungsverhältnis hier bewusst eine Vorreiterrolle eingenommen.

Eines ist für Abbing klar: "Deutschlands Zukunft ist mit geschlossenen Grenzen, Protektionismus und Abschottung nicht zu gewinnen." Angesichts des Wahlergebnisses in den USA und vergleichbarer europäischer Entwicklungen, warnt der Unternehmerverband eindringlich vor Populismus und Demagogie. "Keine Volkswirtschaft der Welt profitiert so sehr von offenen Grenzen und freiem Handel wie die der Bundesrepublik", so Abbing.

Quelle: RP
 
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