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Emmerich
Antriebshilfe aus der Steckdose

Emmerich. E-Bikes und Pedelecs können für eine erhöhte Mobilität sorgen. Die Fahrräder mit elektrischem Zusatzantrieb liegen voll im Trend. Von Florian Langhoff

Wer sich heute auf ein Fahrrad setzt, der muss nicht mehr zwangsläufig selbst die ganze Kraft aufbringen, um vorwärtszukommen. Bei so genannten E-Bikes oder Pedelecs unterstützt ein Elektromotor den Radler beim Vorwärtskommen. Auch in der Umgebung sind schon viele Menschen auf die Zweiräder mit Hilfsmotor umgestiegen.

Dazu gehört auch Brigitte Hülsdonk. Seit einem Jahr ist die 65-Jährige mittlerweile mit einem Fahrrad unterwegs, das mit Elektromotor für zusätzlichen Antrieb sorgt. "Ich war es einfach leid, mich abzustrampeln. Das wurde mir zu schwierig", erklärt sie ihre Motivation, sich ein E-Bike zuzulegen.

Rad gefahren ist sie schon immer gerne. "Ich mag es, an der frischen Luft zu sein und genieße die Natur", erzählt sie. Schon ohne Motor ging es daher oft mit dem Zweirad auf Tour. Seit die elektrische Unterstützung dafür sorgt, dass die Fortbewegung per Drahtesel weniger anstrengend ist, greift Brigitte Hülsdonk noch häufiger zum Fahrrad. "Wenn das Wetter dementsprechend ist, dann fahre ich eigentlich ständig", erzählt sie. Von Voerde aus geht es dann auf ins Grüne, meistens über die Feldwege in Richtung der Rheindörfer oder am Rheinufer entlang. Kleine Widrigkeiten, mit denen andere Radfahrer oftmals etwas zu kämpfen haben, wie Gegenwind oder kleinere Steigungen, sind Brigitte Hülsdonk dabei egal. "Wenn es mal bergan geht, läuft das Fahrrad dank des Motors trotzdem wie von selbst", berichtet sie.

Mit einer Ladung des Akkus, der sich bei ihrem Fahrrad zwischen Sattel und Gepäckträger befindet, könnte sie wohl zwischen 80 und 100 Kilometer weit fahren. "Das habe ich aber noch nie wirklich ausgereizt", sagt sie. Wohl auch, weil sie den Zusatzantrieb nie auf die höchste Stufe schaltet. "Ich nutze das immer nur so, dass ich auch noch selbst etwas in die Pedale treten muss", erklärt sie. Würde sie den Zusatzantrieb auf die höchste Stufe schalten, würde das Fahrrad auf ungefähr 25 Kilometer in der Stunde beschleunigen. Gut die doppelte Geschwindigkeit eines durchschnittlichen Radfahrers, allerdings noch nicht ganz auf dem Niveau von Radrennen. Wenn der Akku dann doch mal leer ist, braucht es rund vier Stunden, um ihn wieder aufzuladen. Allerdings auch kein großes Problem, finden sich bei beliebten Ausflugszielen in der Umgebung, wie etwa den Gaststätten am Götterswickerhammer Rheinufer, mittlerweile eigene Ladestationen für die E-Bikes, die Gäste oft kostenlos nutzen können. So kann man zumindest einen Teil der Ladung wieder auffüllen, während man den Aufenthalt genießt.

Im Radfahr-Verhalten von Brigitte Hülsdonk hat sich eine weitere Sache verändert, seit sie mit der Unterstützung des Elektromotors unterwegs ist: Sie fährt jetzt auch gerne mal längere Touren. "Ich bin im Sommer schon bis zum Duisburger Innenhafen geradelt oder habe mal eine Tour auf die andere Rheinseite gemacht", berichtet sie. "Das hätte ich früher sicherlich nicht gemacht oder es wäre zumindest mit einer wesentlich größeren Anstrengung verbunden gewesen." Jetzt kommt sie, dank der elektrischen Antriebshilfe, auch bei größeren Touren immer entspannt an ihrem Ziel an.

Einzig die Wetterlage muss stimmen, damit sich Brigitte Hülsdonk auf ihr Fahrrad setzt. "Ich kann es nicht ausstehen, wenn es zu sehr regnet", sagt sie. "Dann habe ich doch lieber das Dach meines Autos über dem Kopf. Dann bleibt das Fahrrad zu Hause stehen." Ansonsten ist sie mit der zusätzlichen Antriebskraft durch Strom aber vollkommen zufrieden und begeistert vom Zugewinn von Mobilität auf zwei Rädern.

Quelle: RP
 
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