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Rees
Anwohner befürchten Parkchaos

Rees: Anwohner befürchten Parkchaos
Der Neubau am Melatenweg sollte sechs Parkplätze für sechs Wohneinheiten erhalten, doch der Kreis Kleve strich drei Stellplätze hinter dem Haus. FOTO: Scholten
Rees. Ärger um Stellplätze für Pkw am Melatenweg: "Stadtplanerisch ist da einiges schief gelaufen", kritisiert Ralf Springsguth. Von Michael Scholten

Als Ralf Springsguth im April 2000 in den Melatenweg zog, gab es rund um sein Haus viele grüne Wiesen. Das hat sich geändert. Auf beiden Straßenseiten entstanden und entstehen Neubauten mit mindestens sechs Wohneinheiten. Die neuen Nachbarn sind ihm willkommen, nicht aber die Parkplatzprobleme, mit denen er rechnet. Denn entgegen früherer Baupläne, die für sechs Wohneinheiten auch sechs Autoparkplätze pro Haus vorsahen, darf der Neubau neben Ralf Springsguths Haus nun nur noch drei Stellplätze erhalten.

Seine Anfrage bei Bauamtsleiterin Elke Strede ergab, dass die Stellplätze hinter dem Haus, die auch von der Stadt Rees genehmigt wurden, nachträglich vom Kreis Kleve untersagt wurden. Dies bestätigt Pressesprecher Jörn Franken auf Anfrage der Rheinischen Post: "Der Kreis Kleve vertritt die Auffassung, dass die rückwärtigen Grundstücksbereiche nicht für die Anordnung der Stellplätze genutzt werden dürfen. Sie sollen als Garten der Erholung dienen." Der Bauherr des Neubaus errichtet nun drei Stellplätze vor und neben dem Haus, die anderen drei hat er von der Stadt "freigekauft".

Wie das funktioniert, erklärt Jörn Franken: "Es wird ein Ablösevertrag zwischen den Bauherren und der Stadt im Baugenehmigungsverfahren unterzeichnet. Darin werden die für das Bauvorhaben erforderlichen Stellplätze, die nicht auf dem eigenen Grundstück errichtet werden können, vertraglich fixiert. Pro Stellplatz ist ein Betrag von 1150 Euro an die Stadt zu zahlen. Die Stadt muss das Geld für die Herstellung von Stellplätzen im Stadtgebiet nutzen."

Ralf Springsguth bemängelt, dass dieser Parkraum "irgendwo" im Stadtgebiet geschaffen werde, aber nicht in seiner Nachbarschaft, wo er gebraucht werde, zumal derselbe Bauherr knapp 100 Meter ein weiteres Haus mit zehn Wohnungen errichten lasse. Dazu Jörn Franken: "Bei dem Neubau, der über den Kreis Kleve genehmigt wird, sind sechs Stellplätze auf dem eigenen Grundstück geplant, vier Stellplätze werden abgelöst. Die Stadt Rees wird ein Konzept erstellen, um zusätzliche Stellplätze anbieten zu können. Dazu ist aber vorab auch Grunderwerb erforderlich."

Ralf Springsguth verweist auf eine Kiesfläche neben dem Gelände der Firma Kersten. "Der Besitzer des Nachbarhauses möchte dort Stellplätze schaffen, erhält aber keine Genehmigung." Jörn Franken bestätigt das: "Diese Fläche ist im rechtskräftigen Bebauungsplan R 35 als private Grünfläche mit dem Anpflanzungsgebot für Wallhecke festgesetzt. Die Wallhecke hat optisch die Funktion der räumlichen Trennung zwischen Wohnen und Gewerbe."

"Stadtplanerisch ist da einiges schief gelaufen", kritisiert Ralf Springsguth. "Im vorderen Teil ist der Melatenweg entspannt bebaut, aber in unserem Bereich stauen sich die Häuser mit vielen Wohneinheiten." Er fragt: "Wenn nicht mal die Mieter und Eigentümer Parkplätze am Haus haben, wo sollen dann deren Besucher parken?" Er befürchtet "wildes Parken", das wiederum andere Verkehrsteilnehmer gefährde. "Wir haben drei Kindergärten in der Nähe, ich sehe jeden Morgen sehr junge Radfahrer und Fußgänger am Melatenweg." Ohnehin sei der Melatenweg an der Einmündung zum Groiner Kirchweg eine "Rennstrecke" für Autofahrer, hinzu kämen Lastwagen, die durch schlechte Navi-Führung oder bewusst über den Melatenweg ins Gewerbegebiet fahren.

"Ich möchte, dass die Stadt Rees das Parkplatzproblem ernst nimmt und eine Lösung findet", sagt Ralf Springsguth. "Nur den schwarzen Peter an den Kreis Kleve weiterzureichen, ist für mich das Gegenteil von Bürgernähe." Zugleich appelliert er an den Kreis Kleve, das Parkverbot hinter den Neubauten wieder aufzuheben. Laut Jörn Franken wird das Verbot eh nicht konsequent eingehalten: "Es sind bereits mehrere Objekte am Melatenweg vorhanden, bei denen der Kreis Kleve Stellplätze im rückwärtigen Bereich genehmigt hat."

Quelle: RP
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