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Emmerich
B 8 Elten: Pläne bleiben trotz Protest

Emmerich: B 8 Elten: Pläne bleiben trotz Protest
Gut 200 Besucher waren der Einladung von Straßen NRW ins Kolpinghaus gefolgt, um sich dort die Planungen für den Neubau der B 8 erläutern zu lassen. FOTO: Markus van offern
Emmerich. Der Landesbetrieb Straßen NRW hat jetzt seine Planungen zur "Bergfußvariante" der B 8 vorgestellt. Von Monika Hartjes

"Abgrabung - 5000 x nein", "Straßen NRW - Trittbettfahrer der Bahn-AG", "Berg weg - nicht mit uns" - das stand auf den Plakaten, die Mitglieder der Bürgerinitiative (BI) "Rettet den Eltenberg" am Dienstagabend am Kolpinghaus in die Höhe hielten. Dort fand die frühe Öffentlichkeitsbeteiligung zum Neubau der B 8n im Zuge der Beseitigung des Bahnübergangs Emmericher Straße statt. Christoph Jansen von Straßen NRW und Heinz-Gerd Biewald, Projektleiter Planung, stellten die Pläne vor.

"Wir haben sechs Varianten untersucht", erläuterte Biewald. Eine Über- oder Unterführung bedeute zwar einen geringen Flächenbedarf, aber auch den Abriss von sechs bis sieben Häusern. Auch die B 8n auf den Tichelkamp zu verlegen, würde eine zu hohe Betroffenheit der Bevölkerung nach sich ziehen und der Verkehr könnte über die Klosterstraße nicht bewältigt werden. Die von der BI vorgeschlagene Gleisbettvariante sei zu teuer und ökologisch die schlechteste, so Biewald, was Proteste der rund 200 Besucher nach sich zog.

Man habe sich, so Biewald, für die Bergfußvariante entschieden: Der niveaugleiche Bahnübergang wird durch den Bau einer etwa 1200 Meter langen Neubaustrecke B 8n östlich der bestehenden Bahntrasse ersetzt. Die neue Straße verläuft im Hanganschnitt des Eltener Bergs, abgesichert durch Stützwände zu den Bahngleisen und zum Hang hin. Die heutige B 8 westlich der Bahnstrecke wird nicht zurückgebaut, sondern zur Gemeindestraße der Stadt Emmerich abgestuft. Der Knotenpunkt B 8/Spyker Weg wird zu einem Kreisverkehr umgebaut. Die B 8n schleift zu Beginn der Planung aus der bestehenden Straßenführung aus, steigt an, überquert die heutige B 8 in Höhe des vorhandenen Viadukts mit einer Brücke und nähert sich dann der Bahntrasse. Im weiteren Verlauf folgt sie der Linienführung der Gleise bis zum Ortseingang Elten. Dort schwenkt sie über eine Rechtskurve wieder in den Bestand. Die B 8 alt schließt etwa 250 Meter östlich des Viaduktes mit einer Einmündung an die B 8n an. Entlang der B 8 alt ist bis auf das Viadukt ein Rad-/Gehweg vorhanden. Biewald: "Der Planung liegt eine Verkehrsprognose für 2025 zugrunde. Danach werden etwa 5300 Fahrzeuge am Tag im Jahresmittel fahren. Auf der alten B 8 verbleiben rund 1400 Fahrzeuge."

"Warum heißt das Öffentlichkeitsbeteiligung, wenn die Pläne schon feststehen?", fragte Johannes Tenbrink, der die Gefahrenstelle im Viadukt für Radfahrer und Behinderte bemängelte. "Jeder vernünftige Mensch würde niemals eine Straße durch den Berg legen, wenn rundherum alles flach ist", sagte Rüdiger Helmich. "Da können Sie ja gleich einen Tunnel bauen." Er fragte, warum der Bürgerwille mit über 5000 Unterschriften keine Beachtung finde. Ein Besucher sagte: "Die Diskussion zeigt, dass man die beiden Verfahren Straße und Bahn eigentlich nicht trennen kann. Ich wundere mich, dass es zwei Verfahren gibt." "Wir haben nur die Aufgabe, einen Bahnübergang zu beseitigen", sage Biewald.

Diskussionen gab es, warum die Gleisbettvariante durchgefallen sei. "In den Plänen ist ein Gleisradius von 1400 Metern vorgesehen, das ist zu wenig", sagte Biewald. Dort fahre auch ein ICE, der bis zu 200 Stundenkilometer schnell sein kann. "Ich fühle mich betrogen, vorher hieß es immer, so schnell werde hier nicht gefahren", sagte Jürgen Lentjes. Es heißt: Wo ein Wille ist, da ist ein Weg. Aber ihren Weg wollen wir nicht, denn wir müssen in Zukunft damit klar kommen."

Ob Straßen NRW denn noch nicht von dem neuen Gutachten der BI gehört habe, sagte Sohni Wernicke. Sowohl Biewald als auch Stefan Venske von der Bahn, der ebenfalls anwesend war, beteuerten, das neue Gutachten nicht zu kennen. "Es liegt uns nicht vor." "Es liegt in Auszügen dem Landesministerium vor und ist auf unserer Homepage veröffentlicht", sagte Wernicke, gab aber zu, dass dort nicht alle Details stehen. "Wir gehen vorsichtig damit um, denn wir müssen damit rechnen, dass es zum Prozess kommt. Wir wollen möglichen Prozessteilnehmern keinen Vorteil verschaffen." Ein Gespräch mit Vertretern der Bahn, des Landes und Straßen NRW nach dem Sommer werde entscheiden, ob der Prozess vermieden werden kann. Jansen: "Da uns das Gutachten nicht vorliegt, können wir die technischen Gegebenheiten nicht prüfen und so auch nicht von unserer jetzigen Planung abweichen." Wernicke versprach, alles, "was nicht prozessrelevant ist", an Straßen NRW weiterzuleiten.

Quelle: RP
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