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Emmerich
Bald wieder eine gute Adresse

Emmerich: Bald wieder eine gute Adresse
Gegen Spinnenweben an der Klingel hilft Geld: Emmerich wird 120.000 Euro an der Steinstraße 15 beisteuern. FOTO: Christian Hagemann
Emmerich. Der Verfall eines der ältesten Häuser der Stadt hat ein Ende. Das Land Nordrhein-Westfalen gibt eine Million Euro für "de wette Telder". Geplant ist ein "Haus der Begegnung". Ein Johannes-Derksen-Museum hat keine Chance.

Offiziell liegt der Förderbescheid im Rathaus noch nicht vor. Doch schon die Ankündigung des NRW-Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung, Kauf, Sanierung und Einrichtung des alten Giebelhauses De wette Telder auf der Steinstraße 15 mit 1,025 Millionen Euro zu fördern, löste große Vorfreude bei Bürgermeister Peter Hinze aus: "Ich freue mich, dass wir Geduld gezeigt haben und diese sich ausgezahlt hat." Damit spielte er an auf die Ungeduld in Teilen der Politik, die drängte, endlich das Baudenkmal zu kaufen und anzufangen, zumal dafür schon Haushaltsmittel zur Verfügung stünden.

"Wir haben alles richtig gemacht. Das ist eine gute Nachricht für die Steinstraße", sagte Hinze. Ein großes Lob zollte er dem Fachbereich 5 und speziell Elisabeth Riepe von der Unteren Denkmalbehörde, "die einen hervorragenden Einsatz gezeigt hat. Sonst wäre das nicht gelungen". In den vergangenen Jahren haben sich viele Bürger und Politiker in Projektgruppen und Arbeitskreisen mit dem leerstehenden Objekt befasst, das immer mehr zu einem Schandfleck verkommen ist. Die Stadtverwaltung hat in ihrem Förderantrag schließlich als Zielsetzung genannt, das alte Kaufmannshaus in eine "Bildungs- und Begegnungsstätte mit Familienbüro" umzubauen. Damit scheiden einige Dinge aus. Bürgermeister Hinze: "Das Haus ist zu schade und auch zu klein für eine museale Nutzung. Das Haus ist ein Juwel."

„Ich freue mich, dass sich unsere Geduld ausgezahlt hat“, so Bürgermeister Peter Hinze. FOTO: van Offern Markus

Demnach keine Chance mehr hat die Idee, in dem Geburtshaus des Volksschriftstellers und Prälaten Johannes Derksen ein kleines Museum zu etablieren. "Wir sind im Innenstadtbereich, hier lebt der Querschnitt der Bevölkerung", so Hinze. De wette Telder soll Anlaufstelle für viele Bevölkerungsschichten sein. Zum Beispiel für alleinerziehende Mütter, die unten im Multifunktionsraum bei einer Tasse Kaffee ins Gespräch kommen, etwa mit Vertretern von Kinderschutzbund, Caritas oder Jugendamt: "Es soll ein Haus der Integration und Begegnung werden." Auch Kindertheater oder klassische Musik passten da gut hin.

Das Land fördert mit dem Investitionspakt Soziale Integration im Quartier NRW 2017 insgesamt 44 Projekte in 55 Kommunen. Emmerich bekommt die volle 90-Prozent-Förderung. Die restlichen zehn Prozent, 120 000 Euro, muss sie selbst für Kauf, Instandsetzung und Ausstattung aufbringen.

(nk)
 
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