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Emmerich
Bau-Boom in Emmerich

Emmerich: Bau-Boom in Emmerich
Die neue Polizeiwache am Großen Wall soll im kommenden Jahr bezugsfertig sein. Hier läuft alles reibungslos. Ein privater Investor stemmt das Projekt. Der Bau wird dann an die Polizei vermietet. FOTO: van Offern Markus
Emmerich. Wirtschaft und öffentliche Hand investieren kräftig. So viele Großprojekte wie derzeit hat es in der Stadt schon lange nicht mehr gegeben. Bei vielen sieht es gut aus, doch nicht bei allen läuft es rund. Von Markus Balser und Markus van Offern (Fotos)

Am Großen Wall ist der Baufortschritt schon deutlich zu erkennen. Das Gebäude, in dem im kommenden Jahr Emmericher Polizisten ihren Dienst verrichten werden, ist nur eines von vielen größeren Bauvorhaben, die derzeit in der Rheinstadt gestemmt werden. Hier geben sich momentan die Bauunternehmen die Klinke in die Hand. Etliche große Aufträge kommen dabei aus der Wirtschaft. Firmen wie KLK, Brother oder Q-Railing stecken Millionen-Beträge in den Bau neuer Anlagen und Hallen. Doch auch im Wohnungsbau soll sich etwas tun. So plant die Emmericher Baugenossenschaft den Bau von Sozialwohnungen an der Patersteege und an der Hansastraße.

Richtig zur Sache geht es allerdings am alten Kasernengelände. Hier sollen insgesamt einmal 200 Millionen Euro investiert werden. Der Spatenstich für einen ersten Mosaikstein des geplanten Wohn- und Gesundheitsparks erfolgte im August.

Hier herrscht noch Flaute: Der Neumarkt ist seit zwei Jahren eine Freifläche. Im November könnte sich klären, wie es dort weiter geht. Das geplante Investitionsvolumen liegt bei rund 17 Millionen Euro. Angepeilt ist ein Baubeginn im Frühjahr 2017. FOTO: (Archiv)

Besonderes Augenmerk liegt gerade auch auf den Projekten der öffentlichen Hand. Fast schon mit Sehnsucht wird die Fertigstellung des neuen Emmericher Wasserwerks erwartet. Und hier sieht es gut aus. "Wir liegen voll im Kosten- und Zeitplan", sagt Stadtwerkechef Udo Jessner. 8,5 Millionen Euro lassen sich die Stadtwerke "Helenenbusch II" kosten. Im April 2017 soll es ans Netz gehen und dann auch endlich "weiches" Wasser liefern.

Aber nicht überall läuft es so rund: Probleme gibt es beim Bau der Brücke in Praest und bei der Sanierung der B220-Brücke, ebenfalls Millionen-Projekte. Beide Maßnahmen werden sich aus technischen Gründen verzögern. In Praest macht der Bahn der wässrige Boden beim Bau der Rampe zur Brücke zu schaffen. Hier kann deshalb nur lagenweise gearbeitet werden. Erst wenn die entstandenen Setzungen abgeklungen sind, kann die nächste Lage aufgeschüttet werden. Das Bauwerk soll trotzdem noch dieses Jahr fertig werden. Je nach Witterungsverhältnissen wird der anschließende Straßenbau voraussichtlich bis zum Frühjahr 2017 abgeschlossen, so die Bahn.

Voll im Kosten- und Zeitplan ist das neue Wasserwerk "Helenenbusch II". Im April kommenden Jahres soll es den Emmerichern das lang ersehnte "weiche" Wasser liefern. Investitionskosten: 8,5 Millionen Euro. FOTO: van Offern Markus

Ein technisches Problem galt es auch an der B220-Brücke zu lösen. Das Bauwerk, das schon längst für die Arbeiten hätte angehoben werden sollen, wird jetzt mit Wasserhochdruck statt mit Borhämmern bearbeitet. Der Zeitverlust liegt bei gut vier Wochen. Die Mehrkosten können bislang noch nicht beziffert werden.

Juristische Auseinandersetzungen könnten zumindest zu einer zeitlichen Verschiebung bei einem weiteren Großprojekt führen, nämlich dem Bau des geplanten dritten Autobahnanschlusses. Die ersten Rodungen sind zwar schon abgeschlossen und der Abriss der Brücke an der Netterdenschen Straße soll im November beginnen, aber die Bürgerinitiative Klein-Netterden hofft, das Vorhaben mit einer einstweiligen Verfügung stoppen zu können, weil der Neubau der Brücke nicht Teil des Planfeststellungsverfahren war. Die Entscheidung darüber steht noch aus. Verbaut werden sollen dort insgesamt 5,3 Millionen Euro.

Probleme gibt es beim Brückenbau in Praest. Weil der Boden wässrig ist, verzögert sich der Bau der Rampe zur Brücke. Die Fertigstellung des Straßenbaus ist für April 2017 ins Visier genommen worden. Geplante Kosten: 5,5 Millionen Euro. FOTO: (Archiv)

Und dann ist da noch der Neumarkt. Die BGE hat noch einige offene Fragen zu dem Projekt. Zudem steht noch die Reaktion der Baugenossenschaft auf die Vorschläge von Investor Josef Schoofs und der Stadtverwaltung aus. Anfang November könnte feststehen, wie es mit dem 17-Millionen-Projekt, über das schon seit Jahren kontrovers diskutiert wird, weitergeht.

Quelle: RP
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