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Emmerich
Baugenossen nehmen Stadt in die Pflicht

Emmerich. Im Streit mit Neumarkt-Investor Schoofs will die Wohnungsgesellschaft nun, dass die Kommune auf Grünstreifen verzichtet.

Kommenden Dienstag soll die Neumarkt-Entwicklung im Ausschuss für Stadtentwicklung weiter vorangetrieben werden. Jetzt ist aber noch eine weitere Hürde zu nehmen. Nach einer Mieterversammlung hat die Emmericher Baugenossenschaft (EBG) beschlossen, dem Flächentausch nicht zuzustimmen. Zumindest nicht in der vorgeschlagenen Form. Die EBG wolle Einvernehmen erzielen, unterstreicht Vorstandsvorsitzender Hans-Joachim Frücht. Aber man müsse das drohende Übel so weit wie möglich verringern.

Bekanntlich möchte Investor Josef Schoofs für den Bau seiner Tiefgaragen-Zufahrt 19 Quadratmeter Fläche von der EBG haben. Die Zufahrt würde durch eine Wand von den Mietwohnungen der EBG an der Tempelstraße abgetrennt. Laut Plan bliebe eine drei Meter breite Zufahrt in den Hinterhof, der recht düster werden könnte, schätzt die EBG. Auch das dortige Trafo-Häuschen müsste versetzt werden.

"Es war viel los. 40 Mieter waren da", berichtet Horst Boch, EBG-Vorstand, von der Mieterversammlung. Der Tenor lautete: Warum braucht man die Neumarkt-Planung überhaupt noch? Ein Park wäre vielen lieber. Aber das, betonte Boch, sei nicht Sache der EBG. In der Versammlung wurde deshalb eine alternative Lösung erarbeitet. "Der Baukörper könnte in östliche Richtung verschoben werden. Und zwar, indem man die Grünflächen, die sich im Osten zwischen den Parkstreifen befinden, entsprechend verringert oder darauf verzichtet", heißt es in einem Schreiben, dass auch die Stadt bekommen hat. "Wir erwarten, dass die Stadt dies ernsthaft prüft", sagt Boch. Der Grünstreifen zwischen den beiden Parkplatzreihen dürfte 1,70 bis zwei Meter breit sein. "Wir müssen jeden Zentimeter nutzen, um das Gebäude so weit wie möglich weg zu bekommen", schildert Frücht. Ein Verzicht auf den Grünstreifen in der Planung würde womöglich manchen Baumfreund auf den Plan rufen. Dass es Handlungsbedarf gibt, darauf kann die EBG keine Rücksicht nehmen. Auch sie habe wirtschaftliche Interessen. Manch ein Mieter habe schon von Mietminderung gesprochen. "Herr Schoofs ist ja auch erst im Mai auf uns zugekommen, obwohl die Planung schon seit 2014 bekannt war", so Boch.

(mavi)
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