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Emmerich
Bei pro homine hängt Haussegen schief

Emmerich: Bei pro homine hängt Haussegen schief
Von einem schlechten Umgang mit Mitarbeitern war im Zusammenhang mit der Schließung des Bewegungsbades im Willibrord-Spital die Rede. Ähnliche Vorwürfe gibt es jetzt rund um die Kündigung des Technischen Leiters in Wesel. FOTO: markus van offern
Emmerich. Nachdem der Technische Leiter des Weseler Krankenhauses gekündigt hat, erhebt der ehemalige Geschäftsführer Heinrich Schnieders Vorwürfe gegen die Krankenhausgesellschaft, der auch das Emmericher Hospital angehört. Von Fritz Schubert und Markus Balser

Als sich vor über einem Jahr die Mitarbeiter des Geldener Hospitals gegen den Verkauf an "pro homine" aussprachen, war neben wirtschaftlichen Gründen unter anderem auch von einem schlechten Umgang mit Mitarbeitern die Rede, der angeblich in der Krankenhausgesellschaft herrsche, unter deren Dach sich das Weseler marien-Hospital und das Emmericher Willibrord-Spital befinden. Diese Äußerung, die eigentlich nur eine Randnotiz war, erscheint nun in einem neuen Licht. Denn der ehemalige Geschäftsführer von "pro homine", Heinrich Schnieders, hat jetzt Vorwürfe erhoben, die in die gleiche Richtung zielen.

Der Hintergrund: Der Technische Leiter des Marien-Hospitals, Rainer Klepping, hat zum 31. August gekündigt. Warum - dazu will er sich nicht äußern. Das tat aber jetzt Heinrich Schnieders: "Herr Klepping ist weggemobbt worden", sagte der Ex-Chef des Hauses der Rheinischen Post.

"Ich habe bislang zu den Vorgängen im Unternehmen geschwiegen, aber wegen des Umgangs mit Klepping und anderen Mitarbeitern konnte ich nicht anders. Das war ich den Mitarbeitern schuldig", sagte Schnieders und berichtete von seinen erfolglosen Versuchen, beim Kuratorium und dem Aufsichtsrat etwas für Klepping zu bewirken. Projekte für insgesamt rund 200 Millionen Euro seien von Klepping geplant und umgesetzt worden. Schnieders: "Ein ausgezeichneter Mitarbeiter. Er hatte die volle Akzeptanz bei Mitarbeitern, Firmen, Investoren, der Stadt Wesel und der Bezirksregierung. Das ist ein großer Verlust für das Unternehmen. Fachlich ist intern keiner mehr in der Lage, den Umbau des Nordflügels zu betreuen. Das ist fatal für das Neubauprojekt."

Mit Klepping gekündigt habe zudem dessen enge Mitarbeiterin, die Architektin Eva Quernhorst. Und Schnieders wird deutlicher: "Klepping ist hierarchisch degradiert worden. Man hat ihm verboten, sich an den Umbauplänen zu beteiligen. Man hat den Mitarbeitern verboten, ihn über die Pläne zu informieren. Man hat einen Mitarbeiter gegen dessen Willen angewiesen, Kleppings Büro zu beziehen, und man hat seinen Internet-Account abgemeldet." Überdies, so Schnieders, sei Klepping vorgeworfen worden, das Sozialpädiatrische Zentrum sei zu teuer geworden. Schnieders spricht von einem Vorzeigeprojekt, dessen Abwicklung die Bezirksregierung geprüft sowie die Angemessenheit der Kosten und die Wirtschaftlichkeit des Projektes ausdrücklich bestätigt habe, bevor die Förderung der Stiftung Wohlfahrtspflege fließen konnte. Die Kritik der Geschäftsführung stütze sich indes auf "ein unseriöses Gutachten".

Der neue Führungsstil habe zu noch mehr Verlusten geführt. Gute Oberärzte, qualifizierte Mitarbeiter der EDV-Abteilung und der Einkaufsleiter seien gegangen. "Ohne Sozialkompetenz und Kommunikation, aber mit Ängsten der Mitarbeiter lässt sich ein Unternehmen nicht führen", sagte Schnieders. Prof. Dr. Dietrich Berdel, ehemaliger Chefarzt und ärztlicher Direktor in Wesel, lobte auf RP-Anfrage gleichfalls Kleppings Engagement: "Ein für mich "unverständliches Geschehen. Ich finde es traurig."

Von einem schlechten Umgang mit Mitarbeitern war in Krankenhauskreisen auch im Zusammenhang mit der Schließung des Bewegungsbades in Emmerich die Rede.

Der noch urlaubende "pro homnie"-Geschäftsführer Dr. Johannes Hütte war für eine Stellungnahme bislang nicht zu erreichen.

Quelle: RP
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