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Emmerich
Berater "auf Augenhöhe" gesucht

Emmerich. Die Caritas vermittelt Ehrenamtliche, die Flüchtlinge unterstützen. Von Antje Thimm

/ Rees Javed Emmanuel ist 2015 aus Pakistan nach Deutschland geflohen. Seit sechs Monaten steht dem 47-jährigen Technischen Zeichner Tillmann Todt als Mentor zur Seite und berät ihn bei allen Schwierigkeiten, die man als Flüchtling in Deutschland zu bewältigen hat: Gespräche mit den Behörden, das Verstehen amtlicher Briefe, natürlich das Erlernen der fremden Sprache, Einkaufen, Arztbesuche, die Suche nach einem Job und einer neuen Wohnung, die Liste der typischen Probleme in einer fremden Gesellschaft ließe sich endlos fortsetzen.

Tillmann Todt ist einer von zwölf ehrenamtlichen Mentoren, die das Freiwilligenzentrum des Caritasverbands Kleve für die Beratungstätigkeit für Flüchtlinge gewinnen konnte. Wilfried van de Kamp, der das Ehrenamt des Verbandes koordiniert, berichtet, die Arbeit mit den zwölf Mentoren, die im Mai begonnen haben, sei bis heute sehr erfreulich und ohne Probleme gelaufen. Die Flüchtlinge bekundeten großes Interesse daran, so einen persönlichen Berater zur Seite zu haben, um sich besser und schneller in unsere Gesellschaft hineinzufinden und zu beteiligen, so van de Kamp.

"Wir wollen mehr freiwillige Mentoren gewinnen", erklärt auch Norbert Gerding vom Freiwilligenzentrum des Caritasverbandes. Hier besteht ein erhöhter Bedarf besonders in Kleve, Emmerich und Rees.

Wer sich als Mentor engagieren möchte, führe zunächst ein Vorgespräch mit dem Caritasverband und könne so seine Stärken und Fähigkeiten herausfinden. Während seiner Arbeit mit dem Flüchtling erhalte er Unterstützung und Hilfe durch den Verband.

Alle zwei Monate finde überdies ein Informations- und Erfahrungsaustausch der Mentoren statt. "Ich weiß, dass die Caritas hinter mir steht und mir Ratschläge gibt", bestätigt Tillmann Todt. "Unser Verband sorgt auf diese Weise dafür, dass Mentorentätigkeiten zielgerichtet stattfinden können", erläutert Norbert Gerding. "Es soll eine Beratung auf Augenhöhe sein, keine Bevormundung", sagt Wilfried van de Kamp.

Ein Mentor berät meist immer nur einen Flüchtling. "Es handelt sich um eine 1-zu-1-Betreuung, zumindest am Anfang, wenn die ersten begleitenden Hilfestellungen nötig sind", erzählt Gudrun Otto vom Haus der Begegnung - Beth HaMifgash, die ehrenamtliche Sprachkurse für Flüchtlinge organisiert und besonders bei der Jobsuche hilft. Dass Flüchtlinge vor der Anerkennung nicht arbeiten dürfen, habe sich geändert. Praktika und auch feste Anstellungen seien möglich. Viele Flüchtlinge wüssten das nicht.

Gudrun Otto arbeitet mit noch drei weiteren Helfern zusammen, es würden die Qualifikationen, die die Flüchtlinge haben, erfasst, mögliche Anerkennung von Zeugnissen geprüft.

Wer Interesse hat, Mentor zu werden, kann sich wenden an: Wilfried van de Kamp für Kleve und Emmerich, Tel. 02821-7209-769; Ellen Lukas für Rees, Tel. 02851 9673170

Quelle: RP
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