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Emmerich
Bernd Terhorst - Ein großer Sohn der Stadt Emmerich

Emmerich. Nach dem 1986 gestorbenen Maler wurden ein Saal im Rathaus und ein Weg benannt. Von Monika Hartjes

Schon als kleiner Junge wollte Bernd Terhorst Maler werden. Mit neun Jahren fertigte er erste Zeichnungen vom Haus "Alt-Voorthuyzen". Damals sagte er: "Ich werde ein Maler werden und in diesem Haus werde ich wohnen." Als Jugendlicher gewann er mit der Zeichnung von "Lisa, dem Pferd" den dritten Preis im Zeichenwettbewerb der "Berliner Illustrierten". Doch sein Vater, ein bodenständiger niederrheinischer Gärtnermeister, wollte, dass er zunächst etwas "Solides" lernen sollte. Dem Rat des Vaters folgend, absolvierte Terhorst eine Ausbildung als Dekorationsmaler bei der Firma Meenen in Emmerich. In dieser Zeit entstand sein erstes Ölbild, es zeigt eine niederrheinische Kate. Er versah es mit der Beschriftung: "Entstanden unter Anleitung meines Lehrmeisters Richard Meenen". Zwei Jahre arbeitete er nach der Ausbildung bei Professor Otto Linnemann in Frankfurt am Main, wo er solide Kenntnisse in der Technik der Freskomalerei, der Gestaltung von Glasfenstern und Mosaiken erhielt.

Mit 19 Jahren begann er sein Studium an der Kunstgewerbeschule in München, dort studierte er bis 1921. Er erhielt ein Staatsstipendium für eine Spanienreise und verbrachte fünf Jahre in Madrid, Granada, Ronda und Sevilla, anschließend folgte ein zweijähriger Aufenthalt in Marokko. 1925 kehrte er zurück nach Deutschland und lebte in Berlin, wo er für verschiedene Zeitungen zeichnete. Im Jahr darauf kaufte er Alt-Voorthuyzen und kehrte in seine Heimatstadt zurück - damit ging sein Kindheitstraum in Erfüllung. Er heiratete 1932 Elisabeth Hüffer. Der Niederrheinmaler Hein Driessen kann sich gut an Bernd Terhorst erinnern. "Er war ein väterlicher Freund", sagt er. Oft fuhr Driessen gemeinsam mit seinem Vater auf dem Fahrrad nach Voorthuyzen. Schon damals sei der Wunsch entstanden, ebenfalls ein großer Maler zu werden.

Die Befürchtung des Vaters, sein Sohn würde als armer Künstler sein Dasein fristen, trat nicht ein. Aus Bernd Terhorst wurde ein Künstler von Rang und Namen. Er beherrschte alle Techniken der bildenden Kunst wie Aquarell, Ölbild, Radierung, Fresko und Mosaik, Skulptur und Glasmalerei. Seine Werke gingen in die ganze Welt, unter anderem in den Vatikan nach Rom, nach Taiwan und in unzählige öffentliche Gebäude und Kirchen im In- und Ausland. Auch in Emmerich und St. Vitus Elten hängen seine Bilder. So malte er drei Päpste in Rom, dazu viele Kardinäle, Prälaten und Minister, den Kabylenfürsten Mohamed el Fahsi in Maghreb ebenso wie den Grenzgänger Kobes Hendricks und viele andere Menschen in ihrem Alltagsleben am Niederrhein.

1966 ernannte ihn Papst Paul VI. zum "Komtur des Ordens des heiligen Silvester", die höchste Stufe des Ordens. Auch auf andere Weise erfuhr der berühmte Künstler Anerkennung: Als Meisterschüler von Professor Hugo von Habermann bekam er in München von der Kunstakademie ein eigenes Staatsatelier, 1919 erhielt er den großen Staatspreis der Kunstakademie. Die Königliche Hoheit Infantin de la Paz von Spanien lud ihn nach Madrid ein.

An seiner Seite standen starke Frauen. Elisabeth Terhorst geborene Hüffer, seine erste Ehefrau, war selbst eine vielseitige Künstlerin, die auch mit ihm gemeinsam arbeitete. Der große Gobelin im Rathaussaal ist so eine Gemeinschaftsarbeit. 1940 erhielt Terhorst von einem Emmericher Fabrikanten den Auftrag, einen Wandteppich für das Rathaus zu entwerfen. Seine Frau Elisabeth und fünf Weberinnen waren vier Jahre lang mit der Fertigstellung beschäftigt. Elisabeth Terhorst ist auch als Autorin bekannt, unter anderem schrieb sie das Buch "Eyland". Sie starb 55-jährig im Jahre 1956.

Aleida Terhorst, geborene Zweers, war die zweite Ehefrau Terhorsts. Sie wachte nach dem Tod des Malers, der am 14. August 1986 im Alter von 93 Jahren starb, über den künstlerischen Nachlass.

Bernd Terhorst wird als großer Sohn Emmerichs geehrt. Nach ihm wurden der Bernd-Terhost-Weg und das Bernd-Terhorst-Zimmer im Rathaus benannt.

Quelle: RP
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