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Emmerich
Betuwe: Ministerin Hendricks macht Elten Mut

Emmerich: Betuwe: Ministerin Hendricks macht Elten Mut
10. März: Mitglieder der Bürgerinitiative demonstrieren vor dem Rathaus. Die Bahn hat inzwischen zugesichert, die Gleisbett-Variante ergebnisoffen zu prüfen. FOTO: van Offern, Markus (mvo)
Emmerich. SPD-Politikerin begrüßt Entscheidung des Rates. "Land und Bund kommen nicht umhin, sich mit Alternative zu befassen." Von Sina Zehrfeld

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hat gestern die Entscheidung des Emmericher Stadtrates begrüßt, die Gleisbettvariante in Elten im Rahmen der Betuwe-Planung zu prüfen.

"Es freut mich, dass die Stadt Emmerich die Interessen der Bürgerinnen und Bürger ernst nimmt und eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gibt. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass eine Planung von Großprojekten ohne die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger nicht mehr machbar ist" so Hendricks. "Ob das Land NRW und die Bahn die Gleisbettvariante umsetzen werden, weiß ich natürlich nicht. Nun werden Land und Bahn jedoch nicht mehr darum herum kommen, sich mit der alternativen Variante zu beschäftigen," so Hendricks weiter.

So viel Einigkeit bei der Sondersitzung des Stadtrates zur Betuwe-Planung in Elten am Mittwochabend auch herrschte, so viel Nervosität war zugleich im Raum. Die Politik favorisiere ja unisono die Gleisbett-Variante für die Betuwe in Elten, beteuerten die Vertreter aller Parteien mehrfach. Nur bedeute das noch lange nicht, dass man sie auch durchsetzen könne.

"Ich möchte davor warnen, dass hier zu große Euphorie entsteht", sagte Thomas Meschkapowitz (BSD). Wenn die Emmericher Politik es entscheiden könne, würde man die Bahntrasse sicher so bauen, wie die BI "Rettet den Eltenberg" es wünsche. Aber das sei nun mal nicht der Fall: "Die Prüfung erfolgt unabhängig von irgendwelchen Ratsbeschlüssen", sagte er. Das Problem liege bei Bahn und Land: "Wir haben starke Gegner, die sich nicht so sehr für Elten interessieren." Man müsse an einem Strang ziehen, um Emmericher Interessen zu vertreten, mahnten SPD, CDU und Grüne. Voraussetzung dafür, dass sich überhaupt etwas bewegt, ist, dass wir uns nicht auseinanderdividieren lassen", meinte Udo Jessner (SPD). Und Eltens Ortsvorsteher Albert Jansen (CDU) zeigte sich froh darüber, dass man einen "gemeinsamen Weg" gefunden habe. Nur so könnte man sich gegen Bahn und Land behaupten.

Dagegen hielt Gerd Bartels (BGE). Er forderte, Emmerich müsse dem Abgraben des Eltenberges eine klare Absage erteilen. Auch, wenn man damit den "Konsens" mit Bahn und Land aufkündige und die Drohung ruinöser Kosten im Raum stehe. Denn die BGE glaube bei den Planungsträgern "nicht an eine faire und ergebnisoffene Beurteilung" . In eine ähnliche Kerbe schlug auch Hans-Jörgen Wernicke von "Rettet den Eltenberg": "Wir brauchen nicht in erster Linie eine Null-Euro-Lösung", sagte er. Es gebe wichtigere Ziele. Und wenn städtisches Geld fließen müsse, "dann muss Elten diesen Preis wert sein".

Quelle: RP
 
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