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Rees
Bewährungsprobe für die Flutmulde

Rees: Bewährungsprobe für die Flutmulde
Beim Blick von der Reeser Rheinbrücke in Richtung Rees sieht man auf der linken Seite, wie das Wasser die Flutmulde füllt und am Ende wieder in den Rhein fließt. Zwischen Bypass und Hauptstrom ist ein geschützter Inselbereich entstanden, als Rückzugsraum für Tiere und Lebensraum für Pflanzen. FOTO: Konrad Flintrop
Rees. Mächtig vollgelaufen ist in den vergangenen Tagen der Bypass zum Rhein beim höchsten Wasserstand nach seiner Fertigstellung. Im Mai sollen die ausgewerteten Messungen vorgestellt werden.

Bei der Abschlussveranstaltung zur Vollen-dung des Bauprojektes Reeser Flutmulde am 24. August vergangenen Jahres stand die gigantische Hochwasserschutzmaßnahme im Mittelpunkt, während die Schifffahrt auf dem Rhein mit extremem Niedrigwasser zu kämpfen hatte. Doch dass ein Hochwasser kommt, ist am Niederrhein so sicher wie das Amen in der Kirche. Und so erlebte in den vergangenen Tagen die Flutmulde ihr erstes Hochwasser nach ihrer Fertigstellung - mit dem höchsten Wasserstand am vergangenen Samstag um 5 Uhr bei einem Pegelstand von 703 Zentimetern.

Bereits im Jahr 2014 gab es ein Hochwasser, damals allerdings stand der Querriegel der Flutmulde noch, so dass ihre Funktion nicht ausgewertet werden konnte. Jetzt bei Mittelwasser +4, so die Wasserstandsmeldung im Fachjargon, konnte sie erstmals beweisen, was sie kann. Sie schafft es nämlich, bis zu 20 Prozent des Abflusses zusätzlich aufzunehmen und damit den Hauptstrom zu entlasten. Bei absolutem Hochwasser kann sie den Pegel durchaus um zwölf Zentimeter senken. "Vermutlich im Mai, wenn wir uns zum Monitoring treffen, werden wir die Messungen und die ersten Ergebnisse ausgewertet haben", berichtet Peter Kleine, der maßgebend am Bau der Flutmulde seitens der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung beteiligt war.

Dann wird sich auch beziffern lassen, inwieweit sich die Erosionsraten im Hauptstrom vermindert haben und sich der Rhein in diesem Bereich nicht tiefer in die Sohle gegraben hat. Denn das war eines der Ziele der 50 Millionen Euro teuren Baumaßnahme: eine sichere Fahrrinne für die Schifffahrt zu erhalten und das Absinken des Grundwasserspiegels zu verhindern. Und damit, so betonte Birgitta Beul, Leiterin der WSA, bei der Abschlussveranstaltung, werde auch ein Austrocknen der vorhandenen Flora und Fauna geschützt.

Aktuell wurden an den Böschungen Steine gelegt und Anpflanzungen vorgenommen. Diese sind jedoch noch nicht konsolidiert. So sind die Verantwortlichen nach sinkenden Wasserständen gespannt, ob das Hochwasser keinen Schaden angerichtet und die versteinerte Böschung gehalten hat.

Wer von der Brücke auf das linke Ufer schaut, sieht, dass der Rhein sich des Bypasses bedient hat. Mächtig fließt das Wasser durch die Flutmulde. Hier wird sichtbar, wie groß der Abflussquerschnitt ist.

(ha)
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