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Emmerich
BGE: Lautstarke Vorwürfe in der Mitgliederversammlung

Emmerich. Gerd Bartels will die Presse nicht zulassen und wird überstimmt. Keiner findet sich, der im Vorstand mitarbeiten will. Heute Krisensitzung der Ratsfraktion. Von Christian Hagemann

Der Machtkampf in der BGE-Fraktion im Rat ist gestern Abend bei der Mitgliederversammlung der Bürgergemeinschaft lautstark und offen zutage getreten. Bei der Versammlung in der Gaststätte "Zum Raben" warfen sich wechselweise die Duos Joachim Sigmund/Udo Tepass auf der einen Seite und Gerd Bartels/André Spiertz auf der anderen Seite vor, die Unwahrheit zu sagen.

Heute Abend soll es, so verkündete es gestern Abend BGE-Chef Gerd Bartels eine Sondersitzung der Fraktion geben. Der Hintergrund ist die Unzufriedenheit von Joachim Sigmund mit der Arbeit von Bartels. Umgekehrt fühlt sich Bartels "respektlos" von Sigmund behandelt.

Ob es eine Einigung in der Fraktion gibt, ist zweifelhaft. Die Kontrahenten wurden laut ("Lüge, alles Lüge"), Tepass erklärte, er habe einen Anwalt beauftragt, weil er am Donnerstag "zum Rapport" in die Fraktion bestellt worden sei.

Bartels verneinte: Es gebe keine Strafmaßnahmen. Doch gestern hatte der Vorsitzende bei den rund 40 anwesenden Mitgliedern einen schweren Stand. Er musste sich nicht nur den Vorwurf gefallen lassen, die Nachwahl von Vorstandsposten nicht ausreichend vorbereitet zu haben. Tatsächlich war nicht einmal irgendjemand aus der Versammlung bereit, einen Posten im Vorstand zu übernehmen. Als es um den Posten des zweiten Vorsitzenden ging, gab es fünf Absagen. Einer der Gefragten erklärte: "Ich möchte nicht für diesen Vorstand arbeiten."

Und das war nicht die einzige Schlappe. Es begann um 19.30 Uhr bereits damit, dass Bartels die Rheinische Post nicht zur Versammlung zulassen wollte. Der Vorstand habe bewusst darauf verzichtet, die Presse einzuladen, weil interne Dinge zu bereden seien, so Bartels. Ohnehin habe die Berichterstattung über die BGE in den vergangenen Tagen "Bildzeitungsniveau" erreicht und sei reine Sensationsmacherei gewesen.

Die Mehrheit der Anwesenden folgte ihrem Vorsitzenden auch in dieser Frage nicht. Auf Antrag von Christian Beckschaefer stimmten die Mitglieder darüber ab, ob die Presse zur Mitgliederversammlung zugelassen werden sollte. Zwei Drittel der Anwesenden waren dafür.

Nach diesem ungewöhnlichen Start in die Versammlung verfestigte sich nur wenig später der Eindruck, dass dieser Abend ein schwieriger für den Vorsitzenden werden würde.

Sein Vorschlag, den Vorstand auf den Vorsitzenden, einen Geschäftsführer und einen Protokollführer zu beschränken, lehnte die Versammlung ab. Um direkt danach in die alte Vorstandsstruktur aber nicht eine einzige Person zu wählen. Begründung: Man wolle erst über den Zustand der BGE sprechen.

Am Ende dieses Tagesordnungspunktes stand Gerd Bartels sogar am Ende als Vorsitzender alleine da. Manfred Brockmann hatte schon im Vorfeld erklärt, nicht mehr als Kassierer arbeiten zu wollen. Er verließ im übrigen nach seinem Kassenbericht den Saal aus Protest gegen die Abstimmung zur Pressezulassung. "Tagesaktuell" hatte gestern auch Schriftführerin Sabine Gerads erklärt, nicht mehr im Vorstand mitzuarbeiten. Der zweite Vorsitzende Tim Lensing-Hebben hatte bereits vor der Versammlung erklärt, nicht mehr als zweiter Vorsitzender zu kandidieren. Kassenprüfer Jürgen Frericks konnten die Mitglieder erst gar nicht benennen. Er ist aus der BGE ausgetreten.

Das einzige Votum: Auf Vorschlag von Gudrun Beckschaefer wählte die Versammlung Sonja Gulicker zur neuen Kassenprüferin.

Quelle: RP
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