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Rp-Serie Mein Boule-Club (3)
"Boule ist die beste Art von Integration"

Rp-Serie Mein Boule-Club (3): "Boule ist die beste Art von Integration"
Das Besondere bei den Reeser Boulefreunden: Im Verein spielen ebenso viele Frauen wie Männer. FOTO: Klaus-Dieter Stade
Emmerich. Die Boulefreunde Reeser Kugel gibt es seit 2006. Etwa 20 Mitglieder sind regelmäßig auf den drei Bahnen aktiv. Von Monika Hartjes

REES Seit 2006 gibt es die Boulefreunde Reeser Kugel - zunächst als "lockere Gruppe", seit 2008 als eingetragener Verein. Als die Stadt für Spaziergänger und Touristen die erste Boulebahn am Skulpturenpark anlegte, trafen sich einige Reeser zum Spiel und da entstand die Idee, einen Bouleverein zu gründen. Mittlerweile sind etwa 20 der Mitglieder regelmäßig dort aktiv.

"Am liebsten bei schönem Sommerwetter, aber wir spielen auch im Winter", sagt Susanne Horna, Vorsitzende des Vereins. Das Besondere bei den Reeser Boulefreunden: Im Gegensatz zu so manchem anderen Verein spielen dort hier ebenso viele Frauen wie Männer. Frauenpower ist auch im Vorstand angesagt, neben der Vorsitzenden gehört auch die Kassenwartin Agnes Wagner und die Schriftführerin Renate Wüsthoff dazu. Zweiter Vorsitzender ist Ludger Jokisch, Beisitzer sind Herbert Wüsthoff, Horst Podlesch und Erwin Schneider.

Die zweite Boulebahn ist etwa ein Jahr später in Gemeinschaftsarbeit mit den Boulespielern und der Stadt entstanden, eine dritte Bahn hat der Bouleclub in Eigenleistung gebaut. Die Bahnen entsprechen den Wettkampfbestimmungen und sind für kleinere Turniere geeignet. Jedes Jahr finden die Vereinsmeisterschaften dort statt. Zwei Mannschaften, gemischt aus männlichen und weiblichen Boulesportlern, spielen in der Hobbyliga, der unter anderem auch Vereine aus Bocholt, Anholt und Emmerich angehören. Auch Gastvereine, beispielsweise aus Mühlheim an der Ruhr, sind öfter in Rees zu Besuch, wobei natürlich Gegenbesuche ebenfalls geplant werden. Außerhalb der offiziellen Trainingszeiten am Dienstag, Freitag und Samstag, jeweils von 15 bis 17 Uhr, darf auf der Bouleanlage jeder spielen, der vorbeikommt. Auf einer großen Tafel sind die Regeln beschrieben und Boulekugeln kann man sich gegen eine kleine Gebühr im nahegelegenen Balkan-Stübchen an der Neustraße ausleihen. Die Spieler sehen es auch gerne, wenn Spaziergänger und Besucher einfach mal mitspielen. Um die Bouleanlage herum stehen Bänke, so dass man sich zwischen den Spielen ausruhen und zuschauen kann. "Wir freuen uns über jeden, der mitmachen möchte, egal ob Mann oder Frau und egal welchen Alters", lädt Susanne Horna ein.

Mit seinen 81 Jahren gehört Adolf Kerkhof zu den ältesten Boulespielern. "Ich bin von Anfang an dabei. Boulespielen hält jung", sagt er. "Und die Geselligkeit spielt auch eine große Rolle." Auch für Menschen mit Behinderung ist diese Sportart geeignet. "Das ist die beste Art von Integration", sagt Horst Podlesch, der im Rollstuhl sitzt. "Man bleibt in Bewegung und ist unter Menschen."

Neben dem Boulen finden auch schon mal Radtouren und gemeinsame Feiern beispielsweise zu Weihnachten statt. Im Winter nehmen die Reeser Boulefreunde an einem Hallenturnier in Venlo teil. Einen kleinen Wermutstropfen gibt es für sie. "Große Turniere können wir nicht spielen, weil uns die Toilettenanlage fehlt", erklärt Ludger Jokisch. "Da suchen wir eine Möglichkeit, uns eventuell einem anderen Verein anschließen zu können."

Aktive Mitglieder Boulefreunde Reeser Kugel 2006: Susanne Horna, Ludger Jokisch, Erwin Schneider, Doris Helling, Ingrid Freriks, Alex Frischtatzky, Azra Herzog, Adolf Kerkhof, Christina Podlesch, Horst Podlesch, Erwin Nienhuis, Inge van de Mötter, Renate Wüsthoff, Dagmar Gnich, Hans-Dieter Ebel, Madeleine Ebel, Herbert Wagner, Margit Zapf, Gerda Borges und Jürgen Borges.

Quelle: RP
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