| 00.00 Uhr

Emmerich
Bücherei stellt auf Selbstverbuchung um

Emmerich: Bücherei stellt auf Selbstverbuchung um
Büchereileiterin Magdalena Janssen-Koeller an der Theke der Stadtbücherei. Der Bereich wird beim Umbau Ende Februar verkleinert und auf ein automatisches System umgestellt. FOTO: Markus van Offern
Emmerich. Gut 75.000 werden in Kürze in die Modernisierung der Stadtbücherei investiert. Mit einem Sender/Empfängersystem können dann Medien ohne Personal von den Kunden ausgeliehen und zurückgegeben werden. Von Monika Hartjes

Die Stadtbücherei wird modernisiert. Vom 27. Februar bis zum 10. März wird der Umbau dauern, in der Zeit ist die Bibliothek geschlossen.

Seit etwa zwei Jahren sind die Mitarbeiter der Stadtbücherei mit der Umstellung auf RFID - radio-frequency identification - eine Technologie für Sender-Empfänger-Systeme zum automatischen und berührungslosen Identifizieren von Objekten, beschäftigt. "Das ist ein Sebstverbuchungs-System", erklärte Magdalena Janssen-Koeller, Leiterin der Stadtbibliothek. Die Kosten für die benötigten Umbauarbeiten, unter anderem werden auch neue Stromleitungen verlegt, betragen etwa 75.000 Euro. Davon werden 60 Prozent vom Land gefördert.

"Die alte Buchsicherungsanlage war defekt. Eine neue wäre nicht viel billiger gewesen als die Umstellung auf RFID", erklärte Michael Rozendaal von den Kulturbetrieben. Der Vorteil der neuen Anlage: Kapazitäten des Fach-Personals werden frei, so dass die Kunden intensiver beraten und beispielsweise bei Recherchen für Facharbeiten unterstützt werden können.

Für die Umstellung mussten die vorhandenen Kundenkarten mit einem Chip versehen werden, was nach und nach erfolgt. "Außerdem haben die Damen der Bücherei jedes einzelne Medium in die Hand nehmen müssen, um es mit einem Etikett, das mit einer kleinen Antenne versehen ist, zu bestücken - eine echte Fleißarbeit", lobte Rozendaal. In diesem Rahmen wurden "alte Schinken" und "Ladenhüter" aussortiert. Die Bücherei verfügt über rund 28000 Medien, davon 24.500 Printmedien. Die Zahl der Non-Book-Medien - CDs, DVDs und Spiele - liegt bei rund 3000. Im letzten Jahr gab es 76.000 Ausleihen, dazu wurden 6100 Mal E-Books verliehen.

Beim Umbau in der Bücherei wird die Theke verkleinert und etwas versetzt. Leihen die Kunden ein Buch aus, so bekommen sie von der RFID-Anlage eine Quittung, auf der das Buch und die Ausleihfrist vermerkt sind. Die Regale mit DVDs und Spielen rücken im Bereich der Regale mit den Erwachsenenromanen. Sie werden niedriger gebaut, so dass die Kinder besser herankommen können. Auf dem frei gewordenen Platz entsteht ein "intelligentes Rückgaberegal": Der Kunde legt das Buch hinein, es wird automatisch zurückgebucht.

"In einem zweiten Schritt ist es möglich, die Anlage durch eine "Buchklappe" zu erweitern, so dass die Kunden die Bücher auch außerhalb der Öffnungszeiten zurückgeben können", erklärte Michael Rozendaal.

Auch in diesem Jahr werden neue Medien angeschafft, damit die Stadtbücherei attraktiv bleibt. "Wir freuen uns, dass der Etat zur Medienbeschaffung auf 23.000 Euro erhöht wurde und über Zuwendungen von der Stahl-Stiftung und den Lions", sagte Magdalena Janßen-Koeller. Sie versprach, dass alle Mitarbeiter sich Zeit nehmen, um den Kunden das neue System in Ruhe zu erklären.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Emmerich: Bücherei stellt auf Selbstverbuchung um


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.