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Emmerich
Bürger wollen ihre City mitgestalten

Emmerich: Bürger wollen ihre City mitgestalten
Gut 100 Emmericher waren am Donnerstagabend ins PAN gekommen, um über die Zukunft der Innenstadt zu diskutieren und Vorschläge einzureichen. FOTO: van offern
Emmerich. Mehr als 100 Teilnehmer kamen zum ersten Bürgerforum. Es bildete den Auftakt für einen großangelegten Prozess. Dabei geht es darum, die Innenstadt attraktiver zu machen und dafür Fördermittel zu bekommen

Die Emmericher sind schreibfreudig. Noch bevor es richtig losging, nutzten sie die Chance, auf Kärtchen zu notieren, was ihnen an der Innenstadt gefällt, was nicht und was sie sich wünschen. Das war gewollt beim ersten Bürgerforum zum Zungenbrecher "Integriertes Stadtentwicklungskonzept" (ISEK). Das sei nur der Arbeitstitel für ein Gutachten, der im Baugesetzbuch so vorgegeben sei, um sich um Städtebaufördermittel des Landes zu bewerben, sagte Ursula Mölders vom Stadt- und Regionalplanungsbüro Jansen aus Köln, das den Prozess begleitet.

Der Erste Beigeordnete Dr. Stefan Wachs hatte im PAN mehr als 100 Gäste begrüßen können. Er griff die Kardinalfragen auf: Wo soll Emmerich 2025 stehen? Und: Welche Schritte sollen bis dahin unternommen werden? Das Büro Jansen hat bisher Interviews mit Experten geführt und einen genauen Blick auf die City geworfen. Den Projektbereich grenzte Mölders auf das Gebiet zwischen Steintor, Bahnhofsvorplatz, Zollhafen und Rheinpromenade ein.

Die Probleme sind offensichtlich: viele Brachflächen, zahnlückenartige Leerstände bei Ladenlokalen, das Bahnhofsumfeld, verbesserungswürdige Übergänge zwischen Promenade und Straßen, Angebote, die sich eher an die nicht zahlungskräftige Kundschaft wenden und unübersichtliche Eingangstore. 300- bis 500.000 Touristen kämen jährlich nach Emmerich: "Das muss genutzt werden", so Mölders.

Stärken seien die Rheinpromenade, der Rheinpark, das kleinteilige Stadtbild, das Flair, ein gutes Nahversorgungsangebot und eine gute Parkplatzsituation. "Die Rheinpromenade repräsentiert die Innenstadt", stellte Mölders fest, "setzt sich in der Innenstadt aber nicht fort". Die Qualität des Gebäudebestandes variiere stark. Nur wenn Hauseigentümer und Geschäftsleute mitzögen, könne der Prozess erfolgreich sein. Normalerweise würden ein Euro Städtebaufördermittel sieben Euro private Investition nach sich ziehen: "Das ist nicht geschehen." Eine weitere Frage sei, wie die Stadt fußgänger- und fahrradfreundlicher werden könne. Ein Drittel der zehn Gesamtschüler, mit denen man morgens durch die Stadt spaziert sei, habe angegeben, schon mal eine Kollision mit einem Auto rund um die Schule gehabt zu haben. Zu vier Themenfeldern konnten die Bürger Kritik und Ideen äußern. Viel kam zusammen, was nun sortiert werden muss: Mehr Grün, mehr nach Holland blicken, mobiler Kiosk, Begegnungszentrum am Geistmarkt, kleine Wohnungen für junge Leute, Fahrradstation usw. Albert Mosterts forderte: "Der Sportboothafen gehört in die Stadt!" Passend dazu wünschte sich jemand Brunnen und Grachten.

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(nk)
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