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Rp-Thema Die Bürgermeister-Kandidaten
Diks will weitere fünf Jahre

Bürgermeisterwahl Emmerich - Johannes Diks will weitere fünf Jahre
FOTO: chromorange
Emmerich. Amtsinhaber Johannes Diks (CDU) geht als Favorit ins Rennen. Er rechnet allerdings mit einer Stichwahl.

W as die Kommunalpolitik anbelangt, ist Johannes Diks ein alter Hase. Seit über 40 Jahren mischt er mit. Sein Weg führte ihn von der Jungen Union über den Rat und die Ausschüsse bis ins Rathaus; seit elf Jahren ist er jetzt Bürgermeister, und wenn es nach ihm geht, werden demnächst noch fünf weitere dazukommen.

FOTO: van Offern, Markus (mvo)

Politische Erfahrung hat der gelernte Banker und spätere Unternehmensgründer mehr als die meisten Ratsmitglieder und all' seine Herausforderer im Rennen um das Bürgermeisteramt - und dennoch: über Kritik, die er als ungerecht empfindet, kann er sich ärgern wie am ersten Tag. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn ihn die BGE als "Ankündigungsbürgermeister" bezeichnet, wenn Emmerich schlecht geredet wird (Diks: "Darin sind wir Weltmeister") oder wenn in der Öffentlichkeit mit falschen Fakten und Zahlen argumentiert wird. "Ich habe mir zwar über die Jahre einiges an Routine angeeignet, aber in dieser Beziehung kein dickes Fell. Was manches Mal gesagt wird, tut mir ab und an schon weh", gibt der 61-Jährige unumwunden zu.

Diks interpretiert die Rolle des Bürgermeisters als Verwaltungschef und Vorsitzender des Rates, der nicht zuletzt auch Repräsentant der Stadt ist. Er sieht sich als "Allrounder", der auf vielen Hochzeiten tanzen muss. Dass er in über 50 Gremien mitmischt, pro Jahr an die 1800 Termine absolviert, sorgt locker für einen Zwölf-Stunden-Tag, gehört für ihn aber mit dazu. "Ich bin im Jahr 2004 mit dem Anspruch angetreten, für die Bürger da sein zu wollen. Dafür stehe ich auch jetzt noch und habe diesen Schritt bis heute nie bereut", sagt er.

Viel Spielraum für Privates bleibt da nicht. Wenn es die Zeit zulässt, greift Diks hin und wieder zum Tennisschläger, setzt sich auf die Fiets oder schnappt sich einen Fotoapparat. Auch für einen guten Krimi ist der Bürgermeister stets zu haben.

Seinen Kritikern kann er entgegenhalten, dass er - nicht nur in Emmerich - gut vernetzt ist, dass er alle "wichtigen Überschriften in der Stadt" kennt, die "eine Entwicklung in vielen kleinen Schritten" vorzuweisen hat. Darauf ist er stolz.

"Wir haben - anders als andere Städte - noch etwas in der Haushaltsrücklage, investieren jedes Jahr rund 7,8 Millionen Euro in die Infrastruktur, haben keinen Sanierungsstau bei den Schulen und können kreisweit immer noch das beste städtische Kulturprogramm vorweisen", bilanziert er und sieht Emmerich insgesamt auf einem guten Weg: "Wir haben einen breiten Mittelstand, die Steuereinnahmen sind in Ordnung. Auch das U-3-Angebot haben wir in Kooperation mit den Kindergärten gut hingekriegt." Stillstand soll es in Emmerich nicht geben. Schon in den nächsten anderthalb Jahren werden rund 180 Millionen Euro in die Stadt investiert. Ein Projekt, dass ihm für die nächste Zeit am Herzen liegt: bilingualer Unterricht an der Grundschule Elten.

Dass es in Emmerich auch Baustellen gibt, weiß Diks natürlich ebenfalls: Betuwe, Gesamtschule, Steintorgelände, neue Polizeiwache, Neumarkt - alles Themen, die Diks auf der Agenda hat und abarbeiten will. Ein weiteres ist auch der Leerstand in der Innenstadt. Den sieht Diks allerdings weit weniger katastrophal als seine Konkurrenten: "Wir haben im Jahr 2014 26 Leerstände gehabt, zwei mehr als vor sechs Jahren. Das ist nicht gut, aber prozentual auch nicht schlechter als in anderen Städten. Was ich aber schade finde: Über die 13 Geschäfte, die letztes Jahr in Emmerich geschlossen haben, wird viel geredet. Über die elf Neugründungen, die dazu gekommen sind, leider kaum."

Über neue Geschäfte denkt Diks ohnehin viel nach. Und die erhofft er sich von einer Idee, die er schon seit längerem vorantreibt, nämlich die vom Outlet-Center für die Innenstadt. Hier sieht der Bürgermeister gute Chancen für eine Realisierung. "Wir haben jetzt Fachleute herangezogen, die die Idee prüfen sollen. Deren Urteil steht noch aus, aber klar ist, dass es in Emmerich einige Parameter gibt, die besser sind als in Bad Münstereifel. Zum Beispiel, was die Größe des Einzugsgebiets und die Anzahl der Parkplätze anbelangt", sagt er.

Diks, der bei seiner Wiederwahl vor sechs Jahren auf 61,4 Prozent der Stimmen kam, geht davon aus, dass die jetzt anstehende Bürgermeisterwahl bei vier Kandidaten nicht gleich im ersten Durchgang entschieden wird. Als Favorit darf er sich zwar betrachten, doch zurücklehnen will er sich deshalb nicht. "Ich werde um jede Stimme werben", sagt er.

VON MARKUS BALSER

Quelle: RP
 
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