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Rp-Serie Die Bürgermeister-Kandidaten
Van Uem glaubt an seine Chance

Bürgermeisterwahl Emmerich - Karl van Uem glaubt an seine Chance
"Rees ist ein schönes Fleckchen", sagt Karl van Uem, der in seiner Heimatstadt dennoch einiges ändern will. FOTO: mvo
Emmerich. Der SPD-Kandidat für die Bürgermeisterwahl fühlt sich im Aufwind und glaubt, dass die Reeser den Wechsel im Rathaus wollen.

Karl van Uem wirkt ziemlich entspannt. Dabei hat der 50-Jährige in diesem Jahr noch keine Ferien gemacht. Bis auf eine Woche hat er seinen kompletten Jahresurlaub für ein bestimmtes Vorhaben geopfert: Am 13. September will der Sozialdemokrat Bürgermeister von Rees werden.

Sollte das gelingen, wäre van Uem erst der zweite SPD-Mann, der seit 1945 auf dem Chefsessel im Reeser Rathaus Platz nehmen dürfte. Doch seine Chancen, im traditionell "schwarzen" Rees zu punkten, hält van Uem für gar nicht mal so schlecht. "Ich habe durchaus mittlerweile einen gewissen Bekanntheitsgrad und auf meine Kandidatur bislang viel positive Resonanz bekommen. Ich glaube, dass es derzeit eine Wechselstimmung gibt", sagt er.

FOTO: chromorange

Der Kfz-Meister, der bei VW Messink den Bereich "Service" leitet, ist eigentlich ein politischer Quereinsteiger. Erst durch Freunde war er zur Politik beziehungsweise zur SPD gekommen - und dass, obwohl sein Vater ein strammer CDU-Wähler war. "Die SPD entspricht aber mehr meinem Naturell", sagt van Uem mit einem Schmunzeln, der im Rat stellvertretender Fraktionsvorsitzender und zugleich Ortsvorsitzender der Reeser Sozialdemokraten ist.

In seiner Heimatstadt fühlt sich van Uem wohl. Sein Haus, das er in großen Teilen selbst entworfen hat, befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Rhein, nur einen Steinwurf von seinem Elternhaus entfernt. "Rees ist einfach ein schönes Fleckchen", sagt van Uem, der aber findet, dass hier nicht längst alles eitel Sonnenschein ist. Als er gefragt wurde, ob er sich vorstellen könne, für die SPD auch ins Rennen, um die Wahl des Bürgermeisters zu gehen, erbat er sich zunächst acht Wochen Bedenkzeit aus. Mitte Januar stand dann die Entscheidung fest.

Jetzt tritt van Uem an, und ein zentrales Thema für ihn ist der Bereich "Schule und Bildung". Sein Ziel, das er auch vor Kurzem auf der Kolping-Podiumsdiskussion vorstellte, ist die Sekundarschule, die für Haupt- und Realschüler gemeinsames Lernen ermöglichen soll. Das Gymnasium bliebe bei dieser Lösung erhalten.

Weitere Punkte, die sich van Uem auf die Fahnen geschrieben hat: eine "kleine Lösung" fürs Reeser Meer, die der Reeser Bevölkerung die Nutzung des Areals ermöglicht, eine Verbesserung des Radwegenetzes und eine Stärkung des Bereichs Handwerk und Industrie. "Gerade hier liegt vieles im Argen", sagt van Uem, der überzeugt ist, dass Rees nicht nur Touristenstadt sein darf, sondern auch mehr Möglichkeiten für andere Wirtschaftszweige bieten muss. Die aktuelle Wirtschaftsförderung reiche dafür nicht aus.

Ein weiterer Punkt, der ihm am Herzen liegt: das Vereinsleben, vor allem der Sport. Van Uem, der selbst begeisterter Taucher, Mountainbiker und Supercartfahrer ist, und - wenn die Zeit bleibt - gelegentlich auch mal zum Squash-Schläger greift, findet, dass vor allem Kinder und Jugendliche vom Sport viel mitnehmen können. Neben Fitness auch die Möglichkeit zu lernen, Verantwortung zu übernehmen.

Mit einem SPD-Bürgermeister van Uem soll auch ein neuer Führungsstil im Rathaus Einzug halten. "Ich möchte, dass Rees eine Mitmachstadt wird. Derzeit wird zuviel von oben herab entschieden", kritisiert der Kandidat, der auch gleich zwei Beispiele parat hat, die seiner Ansicht nach nicht gut gelaufen sind: die Informationspolitik der Stadt im Zusammenhang mit dem Erstaufnahmelager für Flüchtlinge und die Gestaltung des Platzes rund um die Pumpe am Markt. "In beiden Fällen wurden die Bürger vor vollendete Tatsachen gestellt. Das hätte anders laufen müssen", sagt er.

Unter anderem auch deshalb haben Grüne und FDP ihren Wählern empfohlen, für van Uem zu stimmen. Ein Rückenwind, der den SPD-Kandidaten vielleicht auch noch einmal in anderer Hinsicht beflügelt: Ende August will er innerhalb einer Woche 500 Kilometer über die Alpen radeln und dabei 15 000 Höhenmeter überwinden. Ein Urlaub, der schon im letzten Jahr gebucht war. "Auch wenn das kurz vor der Wahl ist, möchte ich darauf nicht verzichten", sagt van Uem, der danach dann aber voll auf "Wahlkampfmodus" schalten will.

VON MARKUS BALSER

Quelle: RP
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