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Emmerich
CDU: Abspaltung ist vom Tisch

Emmerich. Der Klever Stadtverbands-Vorstand traf sich zu einem (Krisen)Gespräch mit Kreisparteichef Günther Bergmann. Der "Aufstand" fand nicht statt. Von Jürgen Loosen

Alle zurückgetretenen und noch amtierenden Mitglieder des Klever CDU-Stadtverbands-Vorstands haben sich in einer "Krisensitzung" unter der Moderation des Kalkarer CDU-Kreisparteivorsitzenden Günther Bergmann Ruhe verordnet.

In dem mehr als zweistündigen Gespräch in der Kreisgeschäftsstelle wurde zum einen klipp und klar festgestellt, dass es de facto noch einen handlungsfähigen Vorstand gibt, zum anderen haben sich die Christdemokraten darauf verständigt, eine Mitgliederversammlung mit dem Ziel einer Vorstands-Neuwahl in der zweiten Jahreshälfte einzuberufen und sich damit ebenso einmütig hinter den schwer erkrankten ehemaligen Vorsitzenden Aloys Hermanns gestellt.

Das bestätigte auch Beisitzer Josef Kanders, der im Vorfeld der Sitzung in einem Gespräch mit unserer Redaktion davon gesprochen hatte, es gebe "gerüchteweise" Überlegungen einiger CDU-Mitglieder, wegen der nicht zufriedenstellenden, unklaren Lage eine Bürgerpartei zu gründen. Der 30-Jährige, vor mehr als einem Jahrzehnt "Benjamin" der Klever CDU-Ratsfraktion, zeigte sich vom Gesprächsverlauf beeindruckt: "Eine drohende Abspaltung in Form einer neu zu gründenden Bürgerpartei sehe ich nach diesem guten Gespräch nicht mehr. Es hat sich herausgestellt, dass wir einen handlungsfähigen Vorstand haben, der sich jetzt nur neu sortieren muss. Ich blicke jedenfalls guten Mutes in die Zukunft."

Auslöser des abendlichen Krisengesprächs war ein Brief des ehemaligen Stadtdirektors, Landtagsabgeordneten und Staatssekretärs Manfred Palmen an Aloys Hermanns, in dem der heutige CDU-Kreistagspolitiker nach dem Rücktritt des geschäftsführenden Stadtverbands-Vorstands vom 29. September 2015 eine "zwingend notwendige" Neuwahl "im Interesse eines Neuaufbaus der CDU der Stadt Kleve" gefordert hatte. Palmen hatte argumentiert, "ein untätiges Zuwarten und der Zusammenbruch jedweder Führungsstruktur kann nicht mehr länger hingenommen werden". An dem Krisen-Gespräch konnte Palmen nicht teilnehmen, weil er im Urlaub ist.

In dem "sehr sachlichen und harmonischen Gespräch, in dem es an keiner Stelle laut wurde", wie es der Mediator Bergmann formuliert, wurden zunächst die satzungsrechtlichen Fragen geklärt. Und dabei bestätigte sich, "dass es einen entscheidungsfähigen Vorstand gibt, allerdings durch die Rücktritte in reduzierter Form".

Schon vereinbart worden ist ein erstes Treffen Ende des Monats April, auch, um die Mitgliederversammlung in der zweiten Jahreshälfte vorzubereiten.

Der angebliche "Aufstand" eines Teils des Restvorstands gegen Bergmann fand nicht statt.

Zwar gab es einen Fragenkatalog, den der ehemalige Schriftführer des Stadtverbands, Robert Böving, wohl im Auftrag einiger Vorstandskollegen vor der Sitzung und nach dem Brief Bergmanns an alle CDU-Mitglieder Kleves dem Kreisparteichef zugeschickt hatte, aber dessen Antworten sind offenkundig zur Zufriedenheit aller ausgefallen. Anders jedenfalls ist die in allen Punkten erzielte Einstimmigkeit kaum zu beurteilen.

Quelle: RP
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