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Emmerich
Chefarzt baut Netzwerk mit Ärzten auf

Emmerich: Chefarzt baut Netzwerk mit Ärzten auf
Stellvertretender Geschäftsführer Holger, Hagemann, Dr. Guido Orth und Ärztlicher Direktor Dr. Jochen Heger (v.l.) FOTO: Markus van Offern
Emmerich. Dr. Guido Orth ist neuer Chefarzt der Abteilung für Geriatrie (Altersheilkunde) im St.-Willibrord-Spital. Von Michael Scholten

"Die meisten Menschen altern erfolgreich", sagt Dr. Guido Orth. "Aber es gibt auch Menschen, die krank altern - und für die sind wir da." Der 47-jährige ist neuer Chefarzt der Abteilung für Geriatrie (Altersheilkunde) im St.-Willibrord-Spital. Seinen Dienst trat der Facharzt für Innere Medizin/Klinische Geriatrie bereits Anfang August an, heute heißt ihn der neue Arbeitgeber mit einer Feierstunde im Spital offiziell willkommen.

Orth, der zuletzt Chefarzt der Geriatrie am Kreiskrankenhaus St. Elisabeth in Grevenbroich war, hat sich bewusst für Emmerich entschieden: "Die Abteilung ist personell und baulich hervorragend aufgestellt. Mir gefällt die internistische Ausrichtung der Geriatrie, bei der aber auch neurologische Aspekte nicht zu kurz kommen." Zudem lobt er die apparative Ausstattung, zum Beispiel endoskopische Schluckuntersuchungen oder Hirnstrommessungen.

Orth war schon vor 20 Jahren als Assisistenzarzt davon überzeugt, dass die Geriatrie die medizinische Disziplin mit der größten Zukunft ist. "In zehn bis 15 Jahren werden die Babyboomer, die Anfang der 50er Jahre zur Welt kamen, unsere Patienten sein", sagt er. "Deren Eltern und Großeltern waren kriegsbedingt noch Entbehrungen gewohnt, doch die künftigen Patienten kommen mit höheren Erwartungen ins Krankenhaus." Gerade am Niederrhein, den er als "Flächenstaat" begreift, sieht er zum Teil Nachholbedarf, um für die Zukunft gerüstet zu sein. Daher habe er bereits mit dem "Klinkenputzen" bei niedergelassenen Haus- und Fachärzten im Kreis Kleve und darüber hinaus begonnen. Mit ihnen möchte er ein enges Netzwerk schaffen und zusammenarbeiten.

In der Geriatrie im St.-Willibrord-Spital sind elf Ärzte und weiteres Fachpersonal beschäftigt. Aktuell verfügt die Abteilung über 42 Betten, laut Holger Hagemann, stellvertretender Geschäftsführer, sind 24 weitere Betten beantragt. Orth ist es wichtig, allen Mitarbeitern zu vermitteln, dass in jedem dieser Betten ein Mensch mit individueller Biografie und ganz speziellen Ansprüchen liegt. "Um die häufig multimorbiden Patienten gesundheitlich voranzubringen, geht es nicht nur darum, auf ein bestimmtes Organ zu schauen, sondern den Menschen in seiner Gesamtheit von Körper, Geist und Seele zu betrachten", sagt der Chefarzt. Dabei spiele die Biographiearbeit mit den alten Menschen eine wichtige Rolle, weil Kenntnisse über den Lebenslauf des Patienten helfen können, die Bedürfnisse und Verhaltensmuster besser zu verstehen.

Aktuell sieht sich Orth, der in seiner Freizeit gern malt, Geschichtsbücher liest, fotografiert und mit dem Segelboot, dem Fahrrad oder dem Motorrad mobil ist, als "halber Emmericher". Die Rheinstadt soll erst in anderthalb Jahren erster Wohnsitz der Familie werden, wenn der jüngste Sohn 2018 vor seiner Einschulung steht. "Derzeit habe ich eine Wohnung in Emmerich, nur 50 Meter vom Krankenhaus entfernt", sagt er. "Bei Problemen kann ich sofort kommen. Die Kollegen wissen, dass ich lieber einmal zu oft als einmal zu wenig gerufen werden möchte." Er betrachtet sich als Teamplayer: "Ärzte, Pflegekräfte, Therapeuten, Neurologen, Psychologen: Alle zusammen sind das Rückgrat der Geriatrie."

Ärztlicher Direktor Dr. Jochen Heger und Geschäftsführer Dr. Johannes Hütte freuen sich, dass die vakante Chefarzt-Position in der Gereatrie schnell und kompetent wieder besetzt werden konnte. "Er ist der richtige Mann am richtigen Platz, um die Geriatrie weiter voranzubringen", sagt Hütte.

Quelle: RP
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