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Isselburg
Chinesische Kunst in Anholt
Isselburg: Chinesische Kunst in Anholt
Han Jin Yu im Schlosskeller. Die junge Frau wurde bereits als Dreijährige an die Kunst herangeführt, damals noch an die traditionellen chinesischen Fertigkeiten. Als Jugendliche widmete sie sich westlichen Stilen. FOTO: Axel Breuer
Isselburg. Die Künstlerin Han Jin Yu, Künstlername TingTing, ist derzeit zu Gast bei Fürst Carl Philipp zu Salm-Salm. Im Schlosskeller präsentiert sie jetzt rund 40 Werke, die sie binnen kurzer Zeit auf Gut Hardenberg geschaffen hat. Von Monika Hartjes

Fürst Carl Philipp zu Salm-Salm ist begeistert. "Unglaublich, was die junge Künstlerin in den vier Wochen, die sie jetzt hier ist, geschaffen hat", sagt er und lobt nicht nur ihren Arbeitseifer, sondern auch die hohe Qualität jedes einzelnen Bildes. Auf seine Einladung hin kam die Künstlerin Han Jin Yu aus Peking, die den Künstlernamen TingTing trägt, nach Anholt. Am Wochenende werden rund 40 dort entstandene Werke in einer kleinen Ausstellung in der alten Kaffeeküche im Schlosskeller der Öffentlichkeit gezeigt.

Den Kontakt zu der Malerin stellte der jüngste Sohn des Fürsten, Prinz Clemens, her, der als freier Unternehmer ein Büro in Shanghai hat. Ein Mitarbeiter machte ihn auf die Kunstwerke von Han JinYu, die eine eigene Galerie in Peking betreibt und an der Akademie der Künste lehrt, aufmerksam. Als Prinz Clemens erfuhr, dass die 32-jährige Künstlerin ein Stipendium in Deutschland bekommen hatte und ab Mai 2010 im Künstlerhaus Meinersen in Niedersachsen tätig sein würde, erzählte er dem Fürsten davon, und der lud die talentierte Dame ein.

"Ich liebe das Schloss, die Natur"

Seit Ende September wohnt und arbeitet sie in einer Ferienwohnung auf Gut Hardenberg. "Ich liebe das Schloss, die Natur rundherum und vor allem die vielen Tiere, die es hier gibt", ist TingTing begeistert. Das sei eine spezielle Umgebung, Natur, Menschen und Tiere inspirieren sie: "Hier kann ich wundervoll arbeiten, es ist sehr schön und angenehm ruhig."

Sie hat eine interessante Biografie vorzuweisen. Als Dreijährige führte ihre Mutter sie in die Lehre der traditionellen chinesischen Kunst ein, sie entwickelte Fertigkeiten in der Malerei, Dichtung und Kalligraphie. Im Alter von 15 Jahren erweiterte sie ihre Kenntnisse in der westlichen bildenden Kunst, erlernte die Techniken der Kohle- und Stiftzeichnungen, Gouache, Wasserfarben- und Ölmalerei, bevor sie sich mit 16 Jahren in einen Grafik-Design-Universitätsvorbereitungskurs einschrieb. Zwischen dem 20 und 25. Lebensjahr studierte sie in dem Fachbereich Ölmalerei an der Central Academy of Fine Arts in Beijing. 2008 wurde sie Mitglied in der Beijing Oil Painting Society.

Ihre Bilder zeigen ihr breit gefächertes Talent. Sie hat Pfauen in filigranem Scherenschnitt hergestellt, Vögel und Schafe in Aquarellmalerei festgehalten und einen durch Vollmond und Schatten mysteriös wirkenden Baum im Schloss-Park in Öl.

Fast wie ein Foto wirkt das Gemälde mit Besuchern im Pariser Louvre-Museum. "Das ist unverkäuflich, das gehört meinem Sohn", verrät der Fürst.

Quelle: RP
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