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Rees
Das Empeler Urgestein

Conny Meyboom: Das Empeler Urgestein
Conny Meyboom und die Bahn. Ein Thema, das Empels Ortsvorsteher schon seit Jahren beschäftigt. FOTO: klaus-dieter stade
Rees. Conny Meyboom feiert heute seinen 80. Geburtstag. In Sachen Betuwe kämpft er immer noch für sein Dorf. Von Markus Balser

Conny Meyboom gibt nicht auf. Erst vor kurzem hat der Empeler Ortsvorsteher zusammen mit dem ehemaligen Stadtdirektor Gerd Klinkhammer in Sachen Betuwe eine neue Initiative gestartet, die den Empelern wenigstens eine einspurige Pkw-Unterführung ermöglichen soll.

Auch wenn die Reaktion auf diese Eingabe noch auf sich warten lässt, steht eines dabei schon fest: Conny Meyboom kämpft für sein Dorf. Auch mit 80 Jahren. Denn so alt wird er heute.

Conny, eigentlich Cornelius, Meyboom ist ein Empeler Urgestein oder, wie es der ehemalige Bürgermeister Dr. Bruno Ketteler einmal formulierte, "die Seele des Dorfes". Der Landwirt im Unruhestand ist seit 17 Jahren Empels Ortsvorsteher, Ehrenbrudermeister der St-Johannes-Schützen und Kneipier.

Und er war Politiker: Von 1999 bis 2008 Jahren saß er für die CDU im Reeser Rat. Dort ließ er nicht selten tüchtig Dampf ab, nahm kein Blatt vor den Mund und redete stets Klartext. Das hat ihm auch den Respekt anderer Parteien eingebracht: Dass auch die SPD schon manches Mal ihre Versammlungen in der Gaststätte des ehemaligen CDU-Ratsherren abgehalten hat, ist für keine Seite ein Problem.

Sein großes Anliegen, für das er sich schon seit Jahren vehement einsetzt, ist die Betuwe-Planung in Empel. Dass es in seinem Dorf keine Möglichkeit mehr geben soll, die Bahn zu queren, ist für ihn ein Alptraum, den er verhindern will.

Auch gegen die steigenden Belastungen durch den Zugverkehr ist er immer wieder ins Feld gezogen. Und das kann man auch gut verstehen: Denn wer einmal in der Gastwirtschaft Meyboom saß, könnte denken, die vorbeiratternden Züge führen gleich zur Tür hinein. Als die Deutsche Bahn vor einigen Jahren ausgerechnet bei ihm in der Wirtsstube eine Pressekonferenz zu Baumaßnahmen abhielt, zögerte der Ortsvorsteher gar nicht lange und packte die Gelegenheit beim Schopfe. Er schnappte sich die "Burschen von der Bahn" (Meyboom) und zeigte ihnen gleich vor der Haustür die unzumutbaren Zustände an den Gleisen.

Dass er auch in Sachen Unterführung etwas für sein Dorf erreichen kann, da ist er skeptisch: "Die Bahn will keine Unterführung, die ist denen zu teuer. Aber ohne Unterführung verhungern wir doch bald bei dem Versuch, nach links auf die Bundesstraße abzubiegen", argumentiert Meyboom in seiner gewohnt pointiert-plastischen Art.

Doch seinen Kampf für Empel will er nicht aufgeben. Und das aus gutem Grund: "Ich bin hier geboren, groß geworden und - wenn nichts dazwischen kommt - werde ich hier auch sterben", sagt er mit einem verschmitzten Lachen.

Heute wird jedenfalls in kleinem Kreis gefeiert. Auch die RP gratuliert ganz herzlich.

Quelle: RP
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