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Kunstwerk Des Monats
Dalís Auge der Zeit

Kunstwerk Des Monats: Dalís Auge der Zeit
"Das Auge der Zeit" FOTO: PAN
Emmerich. Salvador Dalís Talent erstreckte sich weit über seine außergewöhnliche Begabung als Maler und Zeichner. Zu seinem künstlerischen Repertoire gehörte - in Zusammenarbeit mit anderen großartigen Künstlern - auch der Film, die Fotografie, das Theater, die Skulptur, die Literatur und der Schmuck. Von Michael Imhof

Dalís exquisite Schmuckstücke sind von großer Phantasie und technischer Virtuosität.

Die Auseinandersetzung mit ersten Schmuckentwürfen war dem Zweiten Weltkrieg geschuldet, als Dalí mit seiner Frau Gala 1940 in die USA emigrieren musste. Da der Verkauf von Gemälden in den Kriegsjahren immer schwieriger wurde, musste Dalí sein Geld unter anderem durch Schmuck- und Modeentwürfe verdienen (siehe z. B. auch die in der Ausstellung gezeigten Krawatten). Die ersten Schmuckstücke entwarf Dalí 1941 unter Mitwirkung des Schmuckdesigners Fulco di Verdura, der seit 1925 Schmuckdesigner von Coco Chanel war und 1939 seinen eigenen Showroom in der New Yorker Fifth Avenue eröffnete. Die ersten Dalí-Schmuckstücke waren "Der Telefon-Ohrklipp" und "Die Blätterhand". Als die Dalís 1948 nach Europa zurückkehrten, wandte sich der spanische Maler 1949 erneut Schmuckentwürfen zu und schuf "Das Honigwaben-Herz", "Die Rubinlippen", "Die Lebensbaum-Halskette", "Die Beständigkeit der Erinnerung", "Das Granatapfelherz" und vor allem "Das Auge der Zeit" ("The Eye of Time").

Die 7,6 cm breite Brosche "Das Auge der Zeit" von 1949 war ein Geschenk für seine Frau Gala. Sie verbindet zwei Hauptmotive aus Dalís Werk: das Auge und die Uhr. Die Uhr bildet die Pupille und Iris des Auges. Sie wird von Bändern aus hellen glitzernden Steinen in der Form des Ober- und Unterlids umgeben. Im Lidwinkel sitzt als Tränenkarunkel ein roter Stein (Rubin), aus dem eine Träne - bestehend aus feinen kleinen Steinen - fließt.

Die ersten fünf Exemplare der Brosche, die aus Platin, Diamanten und Gold gefertigt wurden, ließ Dalí 1949 durch den berühmten New Yorker Juwelier Alemany & Ertman ausführen. Später wurden weitere Broschen als Repliken von Goldschmieden geschaffen, darunter das in der Dalí-Ausstellung gezeigte Werk. Der materielle Wert richtet sich nach der Kostbarkeit der verwendeten Materialien.

Kunstsammler- und Verleger Michael Imhof hat die Dalí-Werke, die derzeit im PAN-Kunstforum zu sehen sind, dem Museum zur Verfügung gestellt. Die Ausstellung ist noch bis zum 3. September geöffnet.

"THE EYE OF TIME", BROSCHE MIT UHR, ENTWURF VON 1949 (FOTO: M. IMHOF)

Quelle: RP
 
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