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Emmerich
Das Haus im Park zeigt Kunst von morgen

Emmerich. Studierende der Hochschule der Bildenden Künste Saar präsentieren ab Sonntag aktuelle Arbeiten in der Galerie im Rheinpark. Von Markus Balser

Es ist ein Titel, der neugierig macht: "Schamanische Herrentorte" heißt augenzwinkernd die Ausstellung, die ab morgen im Haus im Park zu sehen sein wird. Präsentiert werden aktuelle Arbeiten von Studierenden der Hochschule der Bildenden Künste Saar. Damit setzt der Kunstverein Emmerich eine Reihe fort, die anhand von Klassen führender Kunsthochschulen in Deutschland und den Niederlanden Schlaglichter auf die Kunst von morgen wirft. Kuratorin der Ausstellung ist die freie Kunsthistorikerin Beate Kolodziej.

Wie viel Schamanismus in der Ausstellung zu entdecken ist, bleibt dem Betrachter selbst überlassen. Doch ähnlich einer Herrentorte sind die gezeigten Werke der sechs Nachwuchskünstler vielschichtig. Sie stellen eigene Positionen dar und die Lust am Ausprobieren. Dadurch wird Neues geschaffen. Themen, Materialien und Techniken werden von ihnen auf unterschiedlichste Art und Weise als Experimentierfeld genutzt, um Ideen und Ausdrucksformen zu entwickeln.

Mathias Aan't Heck (Jahrgang 1989, sechstes Semester) greift in seinen Zeichnungen Beobachtungen von sozialen Beziehungen oder von Lebewesen auf. So porträtiert er unter anderem detailgetreu Vogelarten und malt sie überlebensgroß auf eingefärbte Stoffe.

Tim Jungmann (Jahrgang 1993, viertes Semester) hingegen experimentiert mit Farbe und ihrer Eigenschaft und Wirkung. So kombiniert er unterschiedliche Maltechniken miteinander und schafft übereinanderliegende abstrakte Farbschichten und Farbfelder.

Im Werk von Bongjun Oh (Jahrgang 1983, zehntes Semester) finden sich Gemälde, bei denen er zum Teil eigene emotionale Erlebnisse verarbeitet, wie den Tod seines Großvaters. Zusammen mit weiteren Objekten werden die Bilder des Südkoreaners zu wand- und raumfüllenden Installationen.

Für Lucie Sahner (Jahrgang 1986, zehntes Semester) spielt die Zeichnung eine große Rolle. Mit ihrer Hilfe untersucht sie Formen und Strukturen, etwa die des menschlichen Körpers, den sie ganz oder fragmentiert wiedergibt.

Lena Schwingel (Jahrgang 1994, viertes Semester) verfolgt einen skulpturalen Weg. Mit ihren genähten Plastiken setzt sie sich ebenfalls mit dem menschlichen Körper auseinander und impliziert Emotionen und Empfindungen.

In den Gemälden von Luise Talbot (Jahrgang 1988, viertes Semester) spürt man surrealistische Ideen. Sie malt gegenständlich und komponiert Objekte und Formen in ihren Arbeiten, die in ihrer Kombination Rätsel aufgeben.

Exemplarisch stellen die Werke der sechs Studierenden einen Querschnitt der Arbeit im Atelier von Professorin Gabriele Langendorf in der Hochschule für Bildende Künste Saar dar, die die Ausstellung mit eigenen Arbeiten ergänzt. Gabriele Langendorf (geboren 1961 im badischen Rheinfelden) ist für ihre realistische Malerei bekannt, die an die Neue Sachlichkeit erinnert. Sie schafft in ihren Gemälde und Zeichnungen eine eigene Wirklichkeit aus der Beobachtung der Umwelt und setzt so beispielsweise einzelne Gegenstände wie Briefumschläge oder ein Stück Seife stilllebenhaft in Szene.

Die Ausstellung wird noch bis zum 16. August zu sehen sein.

Quelle: RP
 
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