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Emmerich
Das lange Warten auf den Bauantrag

Emmerich: Das lange Warten auf den Bauantrag
FOTO: Markus Balser
Emmerich. An der Promenade verfällt die Gastronomie "Alte Rheinfähre". Seit März 2008 steht sie leer. Gibt es bald Besserung? Von Christian Hagemann

Seit Mitte März 2008 steht die "Alte Rheinfähre" leer. Leser haben sich jetzt bei der Rheinischen Post beklagt, dass das Gebäude immer mehr zum Schandfleck wird. Und so ist es auch.

Wie fast immer, wenn ein Gebäude leer steht, lockt es Vandalen an. Die Scheiben werden eingeworfen, Schmierereien an den Wänden finden sich nach einer gewissen Zeit ebenfalls.

Nicht nur den Bürgern ist die Ruine ein Dorn im Auge. Auch die Stadtverwaltung hofft, dass sich dort bald etwas tut. Allerdings: Schon länger gibt es dieses Hoffen. Und bislang hat es sich nicht erfüllt.

Oben: Das ehemalige Lokal am Ende der Rheinpromenade verfällt zusehends. Unten: Vor zehn Jahren konnte man auf der Terrasse des Lokals noch den Rheinblick genießen. FOTO: Balser/Endermann (Archiv)

Bereits im August 2009 - also vor acht (!) Jahren - schrieb die RP: "Ein Trauerspiel scheint dem Ende zuzugehen. Denn in Emmericher Rathaus ist eine Vorplanung für die "Alte Rheinfähre" unterhalb der Martinikirche eingegangen, die die Verwaltung im Großen und Ganzen für genehmigungsfähig hält."

Doch zu einem Neu- oder Umbau kam es nicht. Dann, im Jahr 2011, keimte wieder ein wenig Hoffnung auf. Die RP schrieb: "Der Emmericher Architekt Georg Bill hat für den niederländischen Besitzer der "Alten Rheinfähre" eine Idee zu Papier gebracht. Das alte Gebäude am Ende der Promenade in Nachbarschaft zur Martinikirche wird abgerissen und durch ein neues Haus ersetzt."

Eigentümer des Hauses war damals ein Mann aus den Niederlanden, der sich übrigens eine Hintertür offenhielt. Der Kaufmann hat nämlich eine Alternativ-Idee. Er wollte das alte Gebäude mitsamt seinem Umbaukonzept verkaufen.

Es kam allerdings weder zu dem Einen noch zu dem Anderen. Der Mann starb, es bildete sich einen Erbengemeinschaft. Und so etwas ist meistens kompliziert. Wie auch in diesem Fall. Die Frage, was mit dem Gebäude passiert, war lange nicht gelöst.

Mittlerweile ist sie es. Es gibt einen neuen Eigentümer, so Jochen Kemkes, Leiter des Fachbereichs Bauen im Rathaus. Und dieser will, so hat er anklingen lassen, die "Alte Rheinfähre" umbauen. Verändern will er sie "im Bestand", das heißt: Im Gegensatz zu seinem Vorgänger gibt es keinen Abriss. Das alte Haus bleibt stehen.

Dabei sind noch zwei Dinge wichtig. Erstens: Nach Baugesetzbuch ist in diesem Bereich der Promenade eine gewerbliche oder gastronomische Nutzung nicht vorgeschrieben. Der Eigentümer könnte das Erdgeschoss auch in Wohnraum umwandeln. Zweitens: Es liegt noch gar kein Bauantrag vor, so dass nicht klar ist, ob und wann eine Umsetzung des Vorhabens erfolgt.

Daran wiederum schließt sich die Frage nach dem Sandstrand an, der sich am Rhein befindet.

Bei der Promenadenplanung vor mehr als zehn Jahren legte die Stadt nämlich Leitungen bis zum Strand, weil - so die Idee - der Betreiber der Gaststätte "Alte Rheinfähre" im Sommer auch am Sandstrand ein Angebot machen könnten.

Doch was in anderen Städten funktioniert, klappte in Emmerich nicht. Die alte Pächterin des Hauses nutzte ihn nicht. Wohl allerdings stellte sie Tische und Stühle auf der Hochwasserschutzmauer davor auf. Danach veranstaltete auf dem Sandstrand mal die MuKie (Musik- und Kulturinitiative Emmerich) eine Party. Das war's.

Es bleibt festzuhalten, dass sich in diesem Teil der Emmericher Rheinmeile die Wünsche der Stadt nach einer Attraktivitätssteigerung nicht erfüllt haben. Und um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen, sei daran erinnert, dass die "Alte Rheinfähre" in den letzten Jahren weniger durch boomende Gästezahlen auffiel, sondern durch zwei Feuerwehreinsätze: 2003 und 2008 brach jeweils ein Feuer aus. In beiden Fällen waren aufgedrehte Gashähne im Spiel. 2010 wurde die Sache vor dem Landgericht Kleve angeklagt. Doch es gab Freisprüche.

Quelle: RP
 
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