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Emmerich
Das lange Warten auf die Entschädigung

Emmerich. Das Unwetter liegt jetzt schon einige Wochen zurück. Doch noch warten viele Landwirte auf Zahlungen vom Land. Von Sebastian Latzel

/ REES / Isselburg Bei dem derzeitigen Sommerwetter ist schwer vorstellbar, dass die Region vor wenigen Wochen noch im Unwetter versank. Der Regen ließ viele Keller vollaufen, manche Feuerwehr meldete die meisten Einsätze seit dem Supersturm Kyrill. Besonders betroffen waren Landwirte und Privatpersonen in Rees und dort vor allem im Raum Haffen und Mehr.

Bauern aus dem Kreis sind verärgert, weil sie bislang noch keine Entschädigung bekommen haben, etwa Bernd Verhoeven aus Kevelaer-Kervenheim. "Unsere Nachbarn, die im Kreisgebiet Wesel wohnen, haben bereits ihr Geld bekommen", berichtet er.

Vielen Berufsgenossen im Kreis geht es ähnlich: Sie warten noch auf das Geld vom Land. Wie berichtet, ist am Freitag die Frist ausgelaufen, bis zu der die Soforthilfe beantragt werden musste. Bis dahin lagen dem Kreis Kleve nach Angaben von Sprecherin Ruth Keuken mehr als 300 Anträge vor (54 private Haushalte, 251 landwirtschaftliche Betriebe, ein Kleingewerbetreibender). Das Antragsvolumen liege bei mehr als 1,1 Millionen Euro. "Einige dieser Anträge sind allerdings abzulehnen, da die Hilfekriterien in zeitlicher und/oder örtlicher Hinsicht nicht erfüllt werden", sagt Ruth Keuken. Dass sich die Auszahlung der Soforthilfe verzögert, liege daran, dass das Land eine Erklärung der Landwirte verlange, dass die EU-Beihilfe (DE-Minimis) in den vergangenen zwei Jahren 15. 000 Euro nicht überstiegen habe.

Das entsprechende Formular hätten die betroffenen Bauern unterschreiben müssen. Jetzt sei man dabei, diese Unterlagen abzuarbeiten. Tatsache sei, dass noch etliche der Anträge unbearbeitet seien, weil diese Aufgabe vom Kreis zusätzlich übernommen werden müsste. Bei den Privatleuten hätten 35 eine Entschädigung bekommen, bei den Landwirten waren es bislang lediglich 14 von 251. Dass sich alles so verzögere, liege auch daran, dass das Land dem Kreis erst am 8. Juli mitgeteilt habe, dass eine solche Erklärung notwendig sei.

In Isselburg ging es schneller. Hier haben ein Privatmann und drei Landwirte, die Anträge gestellt haben, ihr Geld bereits bekommen. Überhaupt haben im Kreis Borken alle 53 Privatleute bereits ihre Zahlung bekommen, von 80 Landwirten immerhin schon 54. Für Ärger in der Region sorgt, dass das Land festgelegt hat, dass im Kreis Kleve nur Kevelaer, Rees, Straelen, Uedem und Wachtendonk Soforthilfen bekommen. Sprecher der Landwirte haben sich bereits verärgert über die Fünf-Kommunen-Regelung geäußert.

Kreislandwirt Johannes Peters glaubt, dass das "Riesenärger" geben wird. Er sprach gegenüber der RP schon vor einiger Zeit von "willkürlicher Festlegung". Sein Kreislandwirtskollege Heinz Lax erklärt: "Wir haben mit dem Bauernverband versucht, die Landesregierung dazu zu bewegen, das noch mal zu überdenken." Das blieb aber erfolglos. Nun versuche man, andere Quellen wie Stiftungen anzuzapfen, um den am schlimmsten betroffenen Betrieben zu helfen.

In Emmerich sieht man durch die Regelung keine großen Probleme. "Wir haben beim Unwetter viel Glück gehabt, hier haben sich keine Landwirte über Schäden beklagt", sagt Bürgermeister Peter Hinze.

Quelle: RP
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