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Emmerich
Das Werk bleibt spannend

Emmerich. Auch 30 Jahre nach seinem Tod ist das Werk von Joseph Beuys in aller Munde - man läuft seinen Werken in allen großen internationalen Museen über den Weg. Es fasziniert immer noch - auch wenn seine Arbeiten ziemlich sperrig sind.

In Moyland gab's zu seinem 30. Todestag Führungen, das Internetprojekt #digitalbeuys geht weiter und am Abend wurde angeregt auf dem Podium im voll besetzten Zwirnersaal unter Leitung eines bestens vorbereiteten WDR-Moderator Ludger Kazmierczak über den "Weltkünstler", den "Scharlatan", den "Schamanen" und den "Zeichner" diskutiert.

Im Mittelpunkt immer wieder die Frage: Geht Beuys eigentlich ohne Beuys, erschließt sich das Werk des großen Erklärers überhaupt noch ohne die Diskussion mit dem Künstler? Oder, wie Kazmierczak die große Performance-Künstlerin Marina Abramovic zitierte, haben die Werke von Beuys ihre große Energie nicht hauptsächlich vom Künstler selbst bekommen? Die einfache Antwort kam aus dem Publikum: Klar geht Beuys auch ohne Beuys - denn auch zu Lebzeiten stand der Künstler nicht immer neben den Werken und erklärte den Besuchern die Bilder. Werke wie das "Rudel" in Kassel erschließen sich auch ohne Kommentar. Alexander Grönert vom Museum Schloss Moyland bestätigte das: "Nicht alle Werke haben den sprechenden Beuys notwendig."

In Moyland ist es vornehmlich die Aufgabe von Museumspädagogin Nina Schulze, Kindern, Erwachsenen und Jugendlichen Beuys zu erklären. Für sie gilt die Prämisse, Beuys weiter in die Welt zu tragen. Museumsdirektorin Dr. Bettina Paust sieht heute eher das Werk im Mittelpunkt stehend, als den Erklärer. Zumal viele Provokationen, so der Autor und Beuys-Kenner Wolfgang Zumdick, für den Beuys vor allem Humanist ist, auch aus der Zeit heraus verstanden werden müssen. Er ist der Meinung: Vieles, was Aufschrei war, wäre heute völlig normal.

(mgr)
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