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Kommentar
Das wird doch nix...

Emmerich. Psychologen haben den Begriff der sich selbst erfüllenden Prophezeiung erfunden. Soll heißen: Wer glaubt, dass das, was er sich vorgenommen hat, ohnehin nicht klappt, dem wird es auch wohl nicht gelingen. Emmerich, du Stadt der Propheten!

Na klar. Das gebrannte Kind scheut das Feuer. Aber hätten die Emmericher die Finger vom alten Kasernengelände lassen sollen? Natürlich nicht.

Wir erinnern uns alle daran, welchen Schock die Nachricht auslöste, dass die Pioniere abziehen und die Kaserne leerstehen wird.

Das ist ein paar Jahre her. Und eigentlich müssten wir froh sein, dass ein Teil der Gebäude bereits abgerissen worden ist. Sichtbarer könnte der Fortschritt nicht sein.

Doch die Emmericher haben auch den Abriss des alten Neumarktcenters erlebt. Das liegt ebenfalls einige Jahre zurück. Und danach ist nichts mehr geschehen. Zumindest wurden seither keine Bagger mehr gesichtet.

Aber halt: Investor Josef Schoofs hat mittlerweile Baurecht erhalten. Nach ewigen Jahren und einer Periode, die man wohl einfach nur als Zeitverschwendung für Emmerich und seinen Handel bezeichnen muss. Müsig, darüber zu spekulieren, wie es in der Innenstadt heue aussähe, wäre der Neumarkt bereits vor - sagen wir mal - zehn Jahren bebaut worden. Wir hoffen, dass es doch noch irgendwann etwas wird.

Und ebenso gibt es die Hoffnung auch auf dem alten Kasernengelände. Vielleicht wären die Emmericher dort auch weniger misstrauisch, würden die Akteure etwas mehr daran interessiert sein die Öffentlichkeit zu informieren.

Sie müssen es nicht. Schließlich handelt es sich bei der Mona GmbH nicht um einen öffentlichen Vorhabenträger. Die Gesellschaft hat zwar einen städtebaulichen Vertrag mit der Stadt Emmerich abgeschlossen, der regelt, was auf dem Gelände gebaut werden darf. Aber natürlich muss die GmbH öffentlich keine Rechenschaft ablegen.

Es wäre aber gut, wenn sie die Öffentlichkeit informiert. Denn sonst greift der Emmericher Komplex direkt: Das wird nix, in Emmerich klappt nix...

In dieser Stadt sind die Menschen misstrauisch gegenüber vielen Neuerungen. Und sie sind bescheiden geworden. Wie sonst ist es zu erklären, dass die Diskussion um den neuen Standort eines Kaufland-Marktes mit so vielen Emotionen geführt wird? Alles wäre das das wichtigste Thema. Wo doch längst klar ist, dass die Kette nicht aufs Steintorgelände kommt. Dahin wird wohl eher die neue Rettungswache kommen. Was ja auch irgendwie Sinn macht. Schließlich ist ja auch schon die Polizei da.

Quelle: RP
 
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